Zwischen Neckar und Alb

Klarer Sieg für Gerhard Kuttler

Bürgermeisterwahl Der amtierende Hochdorfer Bürgermeister wird mit 63,3 Prozent für weitere acht Jahre gewählt. Herausforderer Haar bleibt mit 36,6 Prozent hinter seinen Erwartungen zurück. Von Harald Flößer

Freude über einen klaren Wahlsieg: Gerhard Kuttler mit seiner Frau Cornelia MüllerFoto: Roberto Bulgrin
Freude über einen klaren Wahlsieg: Gerhard Kuttler mit seiner Frau Cornelia MüllerFoto: Roberto Bulgrin

Manche hätten eher ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet. Aber Gerhard Kuttler entschied die Bürgermeisterwahl in Hochdorf gestern Abend klar für sich. Mit 63,33 Prozent der abgegebenen Stimmen wurde der 39-jährige Amtsinhaber für weitere acht Jahre gewählt.

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Er sei zufrieden, sagte Kuttler freudestrahlend an der Seite seiner Frau Cornelia Müller, als gegen 18.30 Uhr sein deutlicher Wahlsieg feststand. Mit einem Ergebnis dieser Größenordnung habe er gerechnet. Herausforderer Benjamin Haar nahm die Niederlage sportlich. Der promovierte Sportwissenschaftler räumte aber ein, dass er eine deutlichere Wechselstimmung in der 5 600 Einwohner zählenden Gemeinde wahrgenommen habe. Deswegen habe er sich mehr als die nun erreichten 36,63 Prozent erwartet, so der 36-Jährige.

Erfreulich hoch war die Wahlbeteiligung. Dass 65,96 Prozent der stimmberechtigten Hochdorfer gewählt haben, sei „aller Ehren wert“, sagte Vize-Bürgermeister Siegfried Albrecht, als er im beengten Übergangsrathaus, dem früheren Gasthaus „Linde“, dem im Amt bestätigten Bürgermeister gratulierte.

„Ich freue mich als Kollege für Gerhard Kuttler, aber noch mehr als Freund“, sagte der Deizisauer Rathauschef Thomas Matrohs. Beide sind schon zusammen in den Kindergarten gegangen. Amtskollege Bernhard Richter aus Reichenbach schaute nach vorne: „Ich hoffe, dass jetzt Ruhe im Ort einkehrt.“ Die ersten acht Jahre seien für Gerhard Kuttler nicht leicht gewesen. Das Ergebnis sei „okay so“, kommentierte CDU-Gemeinderat Dieter Bek das Ergebnis. Doch so klar habe er Kuttler nicht vorne gesehen. Zufrieden zeigte sich auch Willi Heber (Freie Wähler). „Im Großen und Ganzen braucht sich Hochdorf nicht zu verstecken.“ Man habe einiges erreicht in den vergangenen Jahren. Doch es gebe noch viel zu tun. „Wir müssen nach vorne schauen und weiter kämpfen.“ Als wichtigste Projekte nannte Heber den Bau des Pflegeheims auf dem Breitwiesenareal und einen größeren Supermarkt.

Andrea Bagdhan, die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat, hätte gerne einen Wechsel an der Rathausspitze gesehen. Doch wollte sie das Ergebnis gestern Abend nicht kommentieren. „Ich bin Demokratin. Und deshalb akzeptiere ich es so, wie es gekommen ist.“ Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionssprecherin Andrea Holzer. „Jetzt müssen wir damit weiterarbeiten und das Beste daraus machen.“ In einer Hinsicht gab sich Holzer optimistisch: Die Kritik an Amtsinhaber Kuttler habe „hoffentlich was aufgerüttelt“. Kein Hehl aus ihrer Enttäuschung machte Birgit Wiesenhütter von der Fraktion Die Mitte: „Schade, dass Fakten bei dieser Wahl kaum eine Rolle gespielt haben. Doch ich hoffe, dass Herr Kuttler Lehren aus diesem Gegenwind ziehen wird.“

Beachtenswert und gut findet Andrea Osthues (Freie Wähler) den klaren Sieg von Gerhard Kuttler. Seine Ruhe und Besonnenheit täten der Arbeit im Gemeinderat gut.

Er könne einiges wegstecken, sagte Gerhard Kuttler. Doch räumte er ein, dass ihn so manche Attacken und Vorwürfe im Wahlkampf hart getroffen hätten. Beispielsweise die Generalkritik, dass in der Gemeinde nichts vorwärtsginge. Doch jeder, der die Gemeindeentwicklung in den vergangenen acht Jahren genau verfolgt habe, müsse zu einem anderen Schluss kommen. Als nächstes großes Projekt kündigte Kuttler ein Wohn- und Geschäftshaus an, das neben dem Pflegeheim auf dem Breitwiesenareal entstehen soll. Dafür wolle man nun mit Nachdruck einen Investor suchen.

Für Benjamin Haar gab es nach der Niederlage nicht viel zu reden. Lob erhielt der vom stellvertretenden Bürgermeister Albrecht: „Sie haben sich mehr als wacker geschlagen.“ Er sei erstaunt gewesen, wie gut sich der Herausforderer in der kurzen Zeit in die Gemeindepolitik eingearbeitet habe.