Zwischen Neckar und Alb

Kommentar: Pflicht!

Der Leuchter im Museum stammt aus der jüdischen Synagoge in Göppingen.Foto: Brändli
Der Leuchter im Museum stammt aus der jüdischen Synagoge in Göppingen.Foto: Brändli

Das jüdische Museum in Jebenhausen war noch nie eine x-beliebige Ausstellungsstätte, sondern schon immer eine kleine, sehenswerte Perle. Jetzt ist es erst recht etwas Besonderes.

Ansprechend aufgemacht und doch ohne belehrenden Zeigefinger empfängt es seine Gäste. Im Erdgeschoss geht es über das Judentum im Allgemeinen und die Geschichte der jüdischen Ansiedlung im bis dato rein christlichen Dorf. Im oberen Stock spielt das Museum in persönlichen Geschichten seine Stärke aus. Tondokumente holen das Grauen zurück. So beispielsweise die Erzählung des Feuerwehrkommandanten, der in der Reichspogromnacht die brennende Göppinger Synagoge einfach nicht löschen durfte.

Alltagsnah und von enormem Informationswert - ein vergleichbares Zeugnis jüdischen Lebens findet man im weiten Umfeld nicht. Bleibt zu hoffen, dass viele Besuchergruppen aus dem Kreis Esslingen den Weg dahin finden werden, seien es Landfrauenausflüge oder Jahrgangstreffen. Ganz wichtig: Schulen sollten das Museum unbedingt in den Lehrplan integrieren. Der Aufwand ist gering - von Weilheim fährt sogar der Linienbus hin.

Dieses Museum ist Pflicht! Irene Strifler

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