Zwischen Neckar und Alb

Krankenhaus wächst um 72 Betten

Anbau Die Patientenzahlen der Medius-Kliniken nehmen an den drei Standorten Nürtingen, Kirchheim und Ruit stetig zu. Jetzt soll das Nürtinger Krankenhaus um zwei Station erweitert werden. Von Roland Kurz

Vor gut acht jahren eingeweiht, und schon zu klein: das Nürtinger Krankenhaus.Foto: Jean-Luc Jacques
Vor gut acht jahren eingeweiht, und schon zu klein: das Nürtinger Krankenhaus.Foto: Jean-Luc Jacques

Die Medius-Kliniken wollen das Nürtinger Krankenhaus erweitern. Zwei Operationssäle und zwei zusätzliche Stationen mit zusammen 72 Betten sind geplant. Das Krankenhaus auf dem Säer mit 331 Betten wurde erst im November 2010 eingeweiht, doch die Patientenzahl steigt in Nürtingen wie an den Standorten Kirchheim und Ostfildern-Ruit kontinuierlich. In den vergangenen Jahren habe die Zahl um knapp 20 Prozent zugenommen, sagte Geschäftsführer Thomas A. Kräh.

Während landesweit die meisten Krankenhäuser Patienten verlieren und zum Teil rote Zahlen schreiben, hört man von den Medius-Kliniken - sie gehören dem Landkreis Esslingen - nur noch positive Nachrichten. Der vom Kartellamt vereitelten Fusion mit dem Klinikum Esslingen - sie verhieß nach verlustreichen Jahren die Zukunft - weint die Führung der Kliniken nicht mehr nach. „Jedes Jahr schenken uns mehr Patienten ihr Vertrauen“, sagt Geschäftsführer Kräh, der 2013 von der Beratungsgesellschaft EconoMedic geholt wurde, um die Kreiskliniken aus der Krise zu holen. Durchschnittlich steige die Zahl der Patienten jährlich um etwa drei Prozent, sagt Kräh. 2012 zählte man an den Häusern Ruit, Nürtingen und Kirchheim 42 200 Patenten, voriges Jahr waren es 48 600, rund 650 mehr als 2017.

Die Medius-Kliniken stellten aber auch mehr Personal ein, betont der Geschäftsführer. Im Februar habe man erstmals die 3 000er-Marke überschritten. Auf Vollkräfte umgerechnet, habe man 2 200 Stellen. Angesichts des Fachkräftemangels müsse sich ein Arbeitgeber schon etwas einfallen lassen, damit er attraktiv sei. Aufgrund des stetigen Leistungszuwachses sei die Klinik Nürtingen an der Kapazitätsgrenze angekommen, sagt Kräh. Das Sozialministerium in Stuttgart habe grundsätzlich akzeptiert, dass zwei zusätzliche Operationsbereiche eingerichtet werden. Nun werde man rasch die damit verbundenen Fördergespräche führen. Er rechne mit einer Zusage bis Ende des Jahres. Aufsichtsrat und Kreistag könnten dann Ende 2019 oder Anfang 2020 die Baubeschlüsse fassen. Das Nürtinger Krankenhaus sei so angelegt worden, dass man es gut erweitern könne. Die Anziehungskraft der Nürtinger Chirurgie rühre insbesondere von der Qualität der minimalinvasiven Eingriffe unter Chefarzt Klaus Kraft her, auch die Wirbelsäulen-Chirurgie von Stefan Zeisberger, ehemals beim Klinikum Esslingen angestellt, trage zur Strahlkraft bei, so Geschäftsführer Kräh.

Im Erweiterungsbau werden zwei neue Stationen untergebracht mit insgesamt 72 Betten. „Wir haben schon den Anspruch, dass wir den Patienten Zweibettzimmer anbieten, keine Dreibettzimmer“, begründet der Geschäftsführer den Erweiterungsbau. Für OP-Säle und Bettenbau sind 17 Millionen Euro veranschlagt.

Am Standort Kirchheim begnügt sich Kräh vorerst mit der neuen Psychiatrie, durch die die Bettenzahl von 170 auf 220 erhöht werden konnte. Das größte Projekt wurde vor einigen Monaten am Ruiter Krankenhaus gestartet. Dort geht es um die Modernisierung des 50 Jahre alten Bettenbaus und eine Erweiterung. Fast 113 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Ein Interimsbau für 128 Betten soll bald fertig sein.

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