Zwischen Neckar und Alb

Kriminelles Geschäft mit Gemüsekisten

Verbrechen Gegen eine Bande mit Beziehungen in den Kreis Esslingen laufen Ermittlungen wegen Hehlerei und Steuerhinterziehung.

Symbolbild

Esslingen. Der Handel mit Ladehilfsmitteln für den Transport von allerlei Waren ist ein einträgliches Geschäft – das eine mutmaßliche Hehlerbande mit Verbindungen in den Kreis Esslingen offenbar auf nicht legale Weise, dafür aber besonders erfolgreich betrieben hat. Die Strafverfolgungsbehörden gehen von einem Geschäftsumfang von zehn Millionen Euro aus. Das Polizeipräsidium Reutlingen und die Staatsanwaltschaft Stuttgart haben nun bekannt gegeben, dass ihnen ein Ermittlungserfolg gegen die organisierte Kriminalität gelungen ist. Am Mittwoch haben 200 Einsatzkräfte unter Federführung der Esslinger Kriminalpolizei Wohn- und Geschäftsräume in mehreren Bundesländern durchsucht. Das Verfahren richtet sich gegen 18 Personen, darunter ein 37-Jähriger aus dem Kreis Esslingen, der mit zwei weiteren Verdächtigen aus dem Hohenlohekreis in Untersuchungshaft sitzt.

Schaden in Millionenhöhe

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, illegal mit Paletten, Gitterboxen und Pfandbehältnissen wie Klappboxen für den Gemüsetransport gehandelt zu haben. Zu den Verdächtigen zählen nach Behördenangaben Lastwagenfahrer, die diese Ladehilfsmittel gestohlen oder unterschlagen haben sollen. Außerdem wird gegen mehrere Personen ermittelt, die im Verdacht stehen, mittels teilweise speziell zur Tarnung der kriminellen Geschäfte gegründeter Firmen „im großen Stil die illegale Ware“ gekauft und gewinnbringend weiterveräußert zu haben. Außerdem wird die mutmaßliche Bande beschuldigt, bei ihren Geschäften Umsatzsteuer hinterzogen zu haben. Die Ermittler gehen von einem Steuerschaden von mehr als eineinhalb Millionen Euro aus.

Beweismaterial sichergestellt

Die Razzia fand in 24 Objekten schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg, aber auch in Bayern, Hessen, Niedersachsen und Berlin statt. In der Region wurden Räume in Stuttgart sowie in den Landkreisen Esslingen und Ludwigsburg, darüber hinaus in den Kreisen Reutlingen und Rastatt sowie im Hohenlohekreis durchsucht. „Dabei wurde umfangreiches Beweismaterial – insbesondere Mobiltelefone, PCs und Geschäftsunterlagen – beschlagnahmt, das noch der weiteren Auswertung bedarf“, teilten die Behörden mit. Dem Einsatz vorangegangen waren monatelange, verdeckte Ermittlungen. Anlass waren Erkenntnisse der Steuerfahndung im Zuständigkeitsgebiet der Kriminalpolizei Esslingen, weshalb diese die Ermittlungen federführend leitete. Inwieweit der Festgenommene aus dem Kreis Esslingen konkret in den Fall verwickelt sein soll, dazu wollte die Polizeisprecherin keine Angaben machen.Greta Gramberg ...