Zwischen Neckar und Alb

Land startet Offensive
auf dem Hohenneuffen

Tourismus Die Staatlichen Schlösser und Gärten haben die einstige Landesfestung übernommen. Die Vermarktung soll ab jetzt intensiviert werden. Von Jürgen Gerrmann

Soll jetzt auch offiziell eine Trumpfkarte in der Vermarktung des Ländles werden: die Burgruine Hohenneuffen. Archiv-Foto: Diete
Soll jetzt auch offiziell eine Trumpfkarte in der Vermarktung des Ländles werden: die Burgruine Hohenneuffen. Archiv-Foto: Dieter Ruoff

Es handelt sich keineswegs um einen verwaltungstechnischen Akt ohne Konsequenzen für die breite Öffentlichkeit. Ganz im Gegenteil. Bislang ist das Amt für Vermögen und Bau des Landes in Ludwigsburg für die Betreuung des Hohenneuffens zuständig. Nun will man die einstige Landesfestung den Bürgern des Ländles offenkundig verstärkt näherbringen und besser vermarkten.

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Die Planungen für die Verbesserungen des kulturtouristischen Angebots laufen bereits. „Ziel der Betreuung durch die Staatlichen Schlösser und Gärten (SSG) ist es, die Festungsruine als herausragendes kulturelles Monument zu positionieren“, sagte uns Martina Schäfer, die Pressesprecherin des Finanzministeriums, auf Anfrage.

Was das bedeutet? „Die Rolle des Hohenneuffens soll noch stärker in das Bewusstsein gerückt werden.“ Vorgesehen sei ein vielfältiges Informations- und Veranstaltungsprogramm. Die Burg Hohenneuffen solle ein Ort sein, an dem Tradition und zeitgemäße Didaktik zusammenkommen. Die Gäste sollten nicht zuletzt dank des gastronomischen Angebots gerne Zeit dort verbringen.

Sehr angetan davon ist der für den Tourismus zuständige Minister Guido Wolf: „Die Burg Hohenneuffen ist für Neuffen, den Albtrauf und das Biosphärengebiet Schwäbische Alb eine echte touristische Größe.“ Die Betreuung der Burg Hohenneuffen durch die Staatlichen Schlösser und Gärten garantiere eine hervorragende touristische Vermarktung. Beide arbeiten bei der Vermarktung des touristischen Kernmarktes ,Kultur‘ eng zusammen.“

Bisher Einzelkämpfer

Dass er vom Finanzministerium so gelobt wird, freut natürlich den derzeitigen „Burgherren“ Axel Vetter sehr. Der Wirt versicherte: „Wir bringen uns gerne mit ein.“ Denn bisher sei man „mehr oder weniger Einzelkämpfer“ gewesen - vor allem beim Kulturprogramm, wo es bislang von Kreis und Land keinerlei Unterstützung gegeben habe. Die SSG sei im Marketing viel besser aufgestellt. Davon werde die Burg auf jeden Fall sehr profitieren. „Wir sind jetzt in guten Händen.“

Das sieht auch Dr. Martin Knauer, der Pressesprecher des Tourismusverbands Baden-Württemberg, so: „Burgen sind für die Vermarktung unseres Landes elementar.“ Insbesondere im Ausland verbinde man diese alten, authentischen Gemäuer mit der Landschaft: „In Übersee kennt man das nicht so. Der Hohenneuffen ist ein großer Schatz für die Vermarktung des Ländles.“

Der Tourismusverband erzähle bei seinen Auslandsveranstaltungen jetzt auch vom Hohenneuffen - in Europa seien Italien, Schweiz, Frankreich und die Niederlande die Gebiete, wo wohl die meisten dafür zu begeistern seien, jenseits der EU-Grenzen und in Übersee dann Russland, die USA, China und Japan.

Gut für die Burg - gut für den Ort

Sehr zu begrüßen sei es laut Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker, dass das Land sich bei didaktischen Angeboten engagieren wolle: „Auch viele Erwachsene wissen ja gar nichts über die Bedeutung des Hohenneuffens.“ Für junge Leute gelte das noch viel mehr. Er sei dankbar, dass das Land diesen Weg beschreitet. Denn: „Alles, was für den Hohenneuffen gut ist, ist auch für unsere Stadt gut. Das sage ich nicht nur als Bürgermeister, sondern auch als ganz normaler Bürger.“