Zwischen Neckar und Alb

Landrat verteidigt Bahnhofspläne

Infrastruktur Soll der Filderbahnhof doch an die Autobahn verlegt werden? Kommunalpolitiker und Heinz Eininger wehren sich.

Kreis Esslingen. „Der Filderbahnhof am Flughafen muss wie geplant gebaut werden.“ Das haben Landrat Heinz Eininger, der Filderstädter Oberbürgermeister Christoph Traub und Bürgermeister Ingo Hacker aus Neuhausen in einer Pressemitteilung erklärt. Hintergrund ist die aktuelle Diskussion um eine Verlegung des geplanten Regional- und Fernbahnhofs vom Flughafen an die A 8. „Jede andere Lage des Filderbahnhofs oder der Wegfall des dritten Gleises würde sich auf die Verlängerungen der U6 vom Fasanenhof zum Flughafen und der S2 von Filderstadt nach Neuhausen nachteilig auswirken“, heißt es in der Mitteilung. Damit wäre dieses zentrale Nahverkehrsprojekt gefährdet. Die U6/S2-Verlängerung funktioniere nur mit einem Bahnhof am Flughafen, stellen die Kommunalpolitiker fest. Mit einem Bahnhof an der Autoahn müssten ÖPNV-Nutzer einmal mehr umsteigen.

Der Esslinger Landrat sagt dazu: „Eine zentrale Verkehrsdrehscheibe am Flughafen mit Fernbahnhof eröffnet dem Landkreis Esslingen Chancen zur weiteren Verbesserung im öffentlichen Personennahverkehr.“ Dazu gehöre auch die Anbindung der Filder über Neuhausen ins Neckartal. Es gebe bereits erste Untersuchungen über Alternativen durch den Landkreis, verschiedene Städte und Gemeinden und den Verband Region Stuttgart. Filderstadts Oberbürgermeister stellt sich in der Sache auf die Seite des Landrats: „Eine Abkehr vom geplanten Filderbahnhof würde den Wesenskern des Infrastrukturprojekts nachteilig verändern.“ Der Filderraum südlich der Landeshauptstadt benötige eine Mobilitätsentwicklung mit Schwerpunktsetzung im ÖPNV. Dafür würde die Chance genommen.

Eine Jahrhundertchance?

Den Politikern zufolge eröffne der Filderbahnhof für den Filderraum eine Jahrhundertchance, die nicht verspielt werden dürfe. Sie wird durch keine Kosteneinsparungen aufgewogen. „Wenn wir den öffentlichen Nahverkehr in diesem Raum in Griff bekommen wollen, dann geht es nicht mit irgendwelchen kurzfristig hervorgeholten Ideenskizzen, die nur für Verwirrung sorgen“, machte der Landrat deutlich.

Die Kommunalpolitiker erinnern daran, dass der geplante Filderbahnhof auch die Geschäftsgrundlage für den Volksentscheid gewesen sei. Die verkehrlichen Wirkungen der Gäubahn werden nicht über die alte Trasse erreicht, sondern nur dann, wenn die Gäubahn über den Flughafen/Messe geführt wird. Außerdem entfalle damit die Geschäftsgrundlage für die Beteiligung des Verbands Region Stuttgart am Bau des neuen Filderbahnhofs am Flughafen in Höhe von 20 Millionen Euro. pm

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