Zwischen Neckar und Alb

„Landschaft nicht verspargeln“

Landkreis Leipziger Land ist Teil einer Energieregion – Kaum noch Braunkohlearbeiter

Der Dreiergipfel aus Vertretern der Landkreise Esslingen, Leipzig und München befasste sich auch mit dem Thema Windkraft. Insges
Der Dreiergipfel aus Vertretern der Landkreise Esslingen, Leipzig und München befasste sich auch mit dem Thema Windkraft. Insgesamt drehen sich im Landkreis Leipzig rund 150 Windräder.Foto: Anke Kirsammer

Voraussichtlich wird im Süden Leipzigs noch 20 Jahre lang zumindest punktuell die Erde umgewühlt, um Braunkohle zu gewinnen. Die Planer setzen dort aber auch auf erneuerbare Energien. Im Rahmen eines Dreiergipfels waren Vertreter des Landkreises Esslingen mit Kollegen aus den Landkreisen München und Leipzig in Sachsen zusammengekommen.

Anke Kirsammer

Esslingen/Leipzig. „Wir sind eine Energieregion“, sagte Professor Andreas Berkner, Leiter des Regionalen Planungsverbands Leipzig-Westsachsen im Rahmen des Dreiergipfels der Landkreise Esslingen, Leipzig und München (wir berichteten). Er rechnet damit, dass in der Region noch 20 Jahre lang Tagebau betrieben wird. Die Braunkohle brauche man noch bis 2040 als Brücke. Leipzig war früher förmlich umzingelt von Lagerstätten. Das spiegelt sich an der Zahl der Bergarbeiter. 1989 waren es noch 60 000, heute sind es 2 000.

Mit der Rekultivierung der Flächen bestehe die Chance, zwölf Prozent Wasserfläche und 20 Prozent Waldanteil zu bekommen. „Es gibt keine Landschaft in Mitteleuropa, in der sich die Landschaft in so kurzer Zeit derart weiterentwickelt hat“, so Berkner. Neben Braunkohle setze die Region auf Photovoltaik, Biomasse, etwas Wasserkraft, Geothermie und Windenergie. „Wir haben aber keine komplette Verspargelung der Landschaft“, betonte der unter anderem für Windkraft zuständige Planer.

Ließe man die Betreiber von Anlagen gewähren, gäbe es in der Region fünf- bis zehnmal so viele Windräder wie derzeit. Momentan drehen sich im Landkreis Leipzig rund 150  Rotoren. „Wir gehen davon aus, dass wir 50 Prozent mehr an Windkraft brauchen, als wir derzeit haben, aber ganz bestimmt nicht dort, wo die Konflikte am größten sind“, sagte Berkner.

Der Abstand zur Wohnbebauung muss per Gesetz mindestens das Zehnfache der Nabenhöhe betragen. Die Geräusche, die von Windrädern ausgehen, Schattenwurf und Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes seien die Vorbehalte, die Bürger gegen die Windräder hätten, erklärte der Leiter des Umweltamtes im Landkreis Leipzig, Lutz Bergmann, bei einem Vor-Ort-Termin.

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