Zwischen Neckar und Alb

„Lasst uns die Sache angehen“

Klimaschutz Claudia Kleinert fordert von jedem Einzelnen und jeder Kommune einen Beitrag zum Klimaschutz.

TV-Moderatorin Claudia Kleinert Foto: Roberto Bulgrin

Esslingen. Die Hoffnung, dass der Temperaturanstieg begrenzt werden kann, hat TV-Moderatorin Claudia Kleinert noch nicht aufgegeben. Aber in manchen Weltregionen sei die Katastrophe schon jetzt da.

Sie haben dargelegt, dass wir im Süden Deutschlands auf ein Plus von 3,5 oder 4 Grad hinsteuern. Auf welche Wetterereignisse müssen wir uns dann einstellen?

Claudia Kleinert: Der Temperaturanstieg richtet sich regional nicht an dem global erwarteten Wert von zwei Grad plus aus, den haben wir hier bereits. Hochrechnungen zeigen, dass wir in Süddeutschland mittelfristig höhere Werte haben als im Norden. Das bedeutet mehr Wetterextreme, Hitzewellen, Starkregen und Hagel. Mehr Stürme nicht, denn die haben nichts mit hohen Temperaturen zu tun, sondern resultieren aus Druckunterschieden.

Was sollten die Kommunen angesichts des Klimawandels auf jeden Fall tun?

Kleinert: Die Menschen für das Thema sensibilisieren, sie aufwecken. In den Kommunen muss es ein Klimaschutzprojekt geben, damit die Leute sagen: Lasst uns zusammensitzen und die Sache angehen.

Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass der globale Temperaturanstieg noch auf zwei Grad begrenzt werden kann?

Der Wert von zwei Grad ist problematisch. An manchen Orten werden es fünf Grad sein. In einigen Regionen ist die Katastrophe schon da und die Anpassung an höhere Temperaturen nicht mehr möglich. Ich engagiere mich für die Kindernothilfe in Äthiopien. Den Menschen dort ist es egal, ob die Temperatur um zwei oder mehr Grad steigt, die hatten über Jahre keinen Regen mehr, alles ist vertrocknet. Und wenn Bangladesch nicht ein Mal im Jahr überflutet wird, sondern drei Mal, müssen die Leute wegziehen. Also müssen wir alles tun, um den weiteren Anstieg der Temperatur und der CO2-Emissionen zu verringern. Und wir müssen andere Staaten unterstützen.

Und die Hoffnung auf Begrenzung?

Die habe ich, aber wenn Länder wie die USA ausscheren, wird es schwierig. Trotzdem sollten wir hier Projekte starten.

Am Eingang konnte man zeigen, ob man heute etwas für den Klimaschutz getan hat. Welches Glas haben Sie gewählt?

Ich habe nichts ins Glas geworfen, weil ich heute wenig getan habe: Denn ich habe ein Steak gegessen und bin mit dem Auto gekommen. Aber ich habe insgesamt meine Flugreisen reduziert. ez

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