Zwischen Neckar und Alb

Lauter wird von Korsett befreit

Renaturierung an der Mündung zum Neckar – Hechtkopf für Besucher gesperrt

Die Stadt Wendlingen bereinigt die Sünden der Vergangenheit: die Lautermündung wird für etwa 190 000 Euro als Ausgleichsmaßnahme renaturiert.

Der Hechtkopf in Wendlingen soll renaturiert werden. Foto: RP
Der Hechtkopf in Wendlingen soll renaturiert werden. Foto: RP

Wendlingen. In den 1970-er Jahren wurde der Neckar im Bereich Wendlingen verlegt und dazu ein neues Flussbett „in der grünen Wiese“ ausgebaut. Dabei wurde auch die Lautermündung an die heutige Stelle verschoben und mit Stahlspundwänden und einbetonierten Wasserbausteinen fixiert. Dieser naturferne Zustand wird schon längere Zeit bemängelt und erste Umplanungen wurden vor über zehn Jahren entworfen. Nun wird das Regierungspräsidium Stuttgart, Landesbetrieb Gewässer, den aktualisierten Entwurf zur Renaturierung der Lauter-Mündung umsetzen. Die Stadt Wendlingen wird die Baukosten bis zu 190 000 Euro übernehmen, um damit den erforderlichen ökologischen Ausgleich für ein Baugebiet zu erfüllen.

Bei der Renaturierungsmaßnahme wird der Mündungsbereich aus seinem einförmigen Korsett befreit, um eine natürliche Flussdynamik zu ermöglichen. Für eine naturnahe Gewässerentwicklung ist es notwendig, die Spundwände sowie die Pflas­terung zu entfernen. Mit der naturnahen Umgestaltung der Ufer wird ein Vorschlag des Fachbüros Menz Umweltplanung umgesetzt, der darauf abzielt, das Lebensraumangebot für Wasser- und Landlebewesen deutlich zu verbessern. Zur Erhöhung der Strukturvielfalt werden Steinbuhnen angelegt, die zu unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten führen und somit den Ansprüchen der verschieden Wasserlebewesen gerecht werden.

Der Bau ist Teil des Maßnahmenplans der EU-Wasserrahmenrichtlinie und hat die Herstellung eines „guten ökologischen Zustands“ an der Lauter zum Ziel. Das Vorhaben schließt an die bereits erfolgten Aufwertungen der Gewässerstruktur an der Lauter an und integriert die vorhandenen Gehölzstrukturen. Damit wird ein weiterer Schritt zu einer naturbetonteren Gestaltung des Landschaftsbildes umgesetzt.

Für die Umbaumaßnahmen ist es notwendig, den Hechtkopf für Besucher abzusperren. pm

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