Zwischen Neckar und Alb

Löwenstarke Vorstellung im Schwarzwald

Der Neuffener Kabarettist „LinkMichel“ gewinnt den Kleinkunstpreis „Bonndorfer Löwe“

Er kam, sah und siegte: Der Neuffener Mundartkabarettist Michael Klink, besser bekannt als LinkMichel, gewann als Erster den neu ins Leben gerufenen und mit 2 000 Euro dotierten Kleinkunstpreis „Bonndorfer Löwe“. Der Preis soll künftig alle zwei Jahre vergeben werden.

Löwenstarke Vorstellung im Schwarzwald
Löwenstarke Vorstellung im Schwarzwald

Neuffen. Das Städtchen Bonndorf mit seinen 7 000 Einwohnern liegt, aus Sicht eines Neuffeners, fern der Heimat, und zwar im Kreis Waldshut im Südschwarzwald. Die Einladung zu dem Künstlerwettstreit, erzählt Klink, gehe wohl auf eine Bewerbung seinerseits zurück. Vor Jahren habe er sich dort beim Verein Folktreff mal ins Gespräch gebracht, dann aber nichts mehr gehört. Und jetzt – unverhofft – kam die Einladung zum „Bonndorfer Löwen“.

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Gegen vier Kollegen, Kabarettisten und Comedians wie er, musste der LinkMichel am Freitag vergangener Woche antreten. Das waren Nepo Fitz, Franziska Wanninger, Inka Meyer und Claudius Bruns, drei aus München, einer aus Leipzig. Als Jury fungierte das Publikum. 180 Leute waren gekommen – ausverkauft. Jeder Künstler durfte exakt gestoppte 30 Minuten Programm abspulen. Der LinkMichel war als Letzter dran und zwar um 22.45 Uhr. „Ich hab gedacht, ich muss die Leute erst mal aufwecken“, schmunzelt er.

Er selbst war, wie er sagt, aufgeregter als bei seinen Soloveranstaltungen. „Die hatten da einen Riesenaufbau mit großem Flügel und Lichteffekten. Und ich stehe halt mit meinem Headset da.“ Aber: „Manchmal ist weniger mehr. Man ist dann authentischer.“ Also zog der Mann mit der Datschkapp eine halbe Stunde lang gewohnt wortgewaltig vom Leder, präsentierte dem Publikum einen höchst unterhaltsamen Mix aus verschiedenen Programmen. Und das kam bestens an. Mit deutlichem Vorsprung lag er am Ende in der Publikumsgunst vorne. Ein schöner Erfolg für die „schwäbische Schwertgosch“, die seit gut 20 Jahren auf der Bühne steht. „Ich freue mich sehr darüber“, sagt er. „Das gewinnt man ja nicht jede Woche.“

Vor Jahren hat Klink schon mal den „Stuttgarter Besen“ gewonnen, ebenfalls ein Kleinkunstpreis. Ansonsten aber nehme er nur selten an solchen Wettbewerben teil. „Das ist eine brutale Nervensache, ein immenser Leistungsdruck“, sagt er. Das will er sich nicht allzu oft antun. Klink ist auch so ein gefragter Unterhaltungskünstler, und dementsprechend gut gebucht. Rund 100 Spieltermine hat er im Jahr, allein 40 in den Monaten Januar bis März. Im Schwarzwald freilich wird man den Neuffener jetzt sicher verstärkt anfragen wollen.

Was macht er eigentlich mit den 2 000 Euro Preisgeld? „Damit zahle ich die Telefonrechnung meiner Tochter“, scherzt Klink – und ist gleich mittendrin in seinem Lieblingsthema, aus dem er seine treffsicheren Pointen zieht: das häusliche Miteinander mit Ehefrau und drei heranwachsenden Töchtern. Und an diesem thematischen Background will er auch nichts ändern. „Das erwarten die Leute.“ Künstler wie er seien Dienstleister, findet er, und „deshalb müssen wir dem Publikum geben, was es will“. Mit dieser Auftrittsphilosophie liegt er offenbar völlig richtig, wie der Gewinn des „Bonndorfer Löwen“ zeigt.

Wer den frischgebackenen „Löwen“-Preisträger in nächster Zeit live erleben will, hat Ende Februar Gelegenheit dazu. An drei aufeinanderfolgenden Abenden, dem 26., 27. Februar, jeweils um 20 Uhr, und 28. Februar um 19 Uhr, spielt er im Nürtinger Schlachthofbräu sein aktuelles Programm „Ruhe!“. Das Gastspiel in der Heimat nutzt er auch, um seine neue DVD aufzunehmen.

Karten für die drei LinkMichel-Shows im Schlachthofbräu gibt es im Stadtbüro der Nürtinger Zeitung unter der Telefonnummer 0 70 22/94 64-1 50 und beim Schlachthofbräu unter der Telefonnummer 0 70 22/93 95 71.