Zwischen Neckar und Alb

Lust auf Experimente

Die Gymnasiastin Carla Schmid freut sich über ihre Erfolge bei Wettbewerben

Obwohl die Köngenerin Carla Schmid erst seit einigen Jahren Klavierunterricht nimmt, hat sie im Sommer den Kirchheimer Musikprei
Obwohl die Köngenerin Carla Schmid erst seit einigen Jahren Klavierunterricht nimmt, hat sie im Sommer den Kirchheimer Musikpreis bekommen.Foto: Roberto Bulgrin

Köngen. Neue Musik fasziniert die junge Musikerin Carla Schmid. „Es macht mir Spaß, moderne Komponisten zu interpretieren“, sagt die 15-Jährige. Die Gymnasiastin aus

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Köngen, die im Kirchheimer Ludwig-Uhland-Gymnasium den Musikzug belegt, lässt sich gerne auf musikalische Experimente ein. Besonders liebt die junge Frau die Werke von Igor Strawinsky. Beim Bernhard-Krol-Wettbewerb der Musikschule Ostfildern für Nachwuchsmusiker belegte sie im Sommer mit der Klarinette den ersten Platz. Dafür hatte sich die junge Künstlerin Solostücke ihres Lieblingskomponisten ausgesucht. Der Wettbewerb ist nach dem bekannten Hornisten und Komponisten benannt, der bis zu seinem Tod im Jahr 2013 in Ostfildern lebte.

Dieser Erfolg beim Wettbewerb für zeitgenössische Musik beflügelt die junge Musikerin. Mit ihrem zweiten Instrument, dem Klavier, das sie seit mehr als drei Jahren an der Grinio-Akademie in Köngen bei der Dozentin Polina Jakovleva lernt, gewann die musikalische Köngenerin im Juli den Kirchheimer Musikpreis. „Der Unterricht gibt mir viel“, sagt Carla Schmid über die Stunden bei der Solistin und Kammermusikerin, die auch an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst lehrt.

„Aber Preise und Wettbewerbe sind nicht alles“, findet Carla Schmid. Sie setze sich da überhaupt nicht unter Druck, sagt die blonde Gymnasiastin, die im Gespräch Ruhe und Ausgeglichenheit ausstrahlt. Ihr sei es wichtig, neben der Schule möglichst viel Zeit zum Üben zu haben, sich ganz in die Stücke vertiefen zu können, die sie probt. Gerade die moderne Musik will sie mit Gefühl interpretieren und einem breiten Publikum nahe bringen. Kann sich die Schülerin denn vorstellen, selbst als Profimusikerin zu arbeiten? „Das habe ich nicht vor“, sagt die begabte Nachwuchskünstlerin. Denn eine Profikarriere sei hart, und man müsse sich sehr auf dem Markt behaupten. Aber sie wolle so gut werden, dass sie ihr musikalisches Talent auch in der Freizeit immer weiter entwickeln könne. „Als Lehrerin könnte ich Musik und ein weiteres Fach unterrichten, aber das habe ich noch nicht entschieden.“ Bei der Grinio-Akademie, die das Violinisten-Ehepaar Joachim und Eve-Marie Ulbrich leitet, bekommt sie ein Stipendium des Förderkreises, der einen Teil des Klavierunterrichts finanziert. Damit erhalten junge Talente die Möglichkeit, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entfalten.

Bereits als Kind hat Carla Schmid mit Klarinette angefangen. Heute ist sie so erfolgreich, dass sie im Stuttgarter Schüler Sinfonieorchester vertreten ist. 40 junge Musiker aus der Region, die nach strengen Auswahlkriterien ausgesucht werden, proben da gemeinsam. Besonders schön ist es für die Gymnasiastin, sich in den Probenpausen und nach dem gemeinsamen Musizieren mit den anderen Orchestermitgliedern auszutauschen. „Wir motivieren uns gegenseitig“, sagt die junge Musikerin und lacht.

Klarinette lernt Carla Schmid seit vielen Jahren bei der Musikschule Wendlingen-Köngen. Der Unterricht bei den erfahrenen Pädagogen bringe ihr sehr viel, sagt die Gymnasiastin, „und mir gefallen auch die Projekte und Auftrittsmöglichkeiten, die wir haben.“ Mit Musicals und Shows ermöglicht es der Leiter Jörg Dobmeier den Schülern, früh Auftrittserfahrung zu sammeln. Auch bei der Grinio-Akademie tritt die Gymnasiastin regelmäßig in Konzerten auf. Jüngst hat sie da sogar in der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck mitgewirkt, die an der Burgschule und in der Zehntscheuer zu sehen war. Die Erfahrung, gemeinsam mit Sängern und anderen Musikern in einem von Schülern liebevoll gestalteten Bühnenbild zu spielen, hat ihr gefallen. Denn sie liebt es, in Orchestern zu spielen. Dass man sich da voll und ganz auf die anderen verlassen könne, sei für sie die schönste Erfahrung.