Zwischen Neckar und Alb

Maschinenring kämpft gegen Branchenimage

Landwirtschaft Der Maschinenring Alb-Neckar-Fils wächst. Seine Mitglieder fordert er auf, ein positives Bild zu zeichnen.

Region. Weit über 200 Besucher kamen zur Mitgliederversammlung des Maschinenrings Alb-Neckar-Fils (MR) nach Grabenstetten. Der MR hat sich im vergangenen Jahr gut weiterentwickelt. Leichte Mitgliederzuwächse, stabile Umsätze sowie ein wachsendes Angebot an Mietmaschinen und Dienstleistungen - darauf könne man stolz sein, unterstrichen Vorsitzender Gerhard Brändle und Geschäftsführer Siegward Betz.

Auch die Bauern bräuchten sich nicht hinter ihrer Arbeit zu verstecken und hätten ein gutes Image in der Gesellschaft, sagte Gerhard Brändle. Gleichwohl sei jeder Einzelne aufgefordert, ein positives Bild der Landwirtschaft nach außen zu tragen, auch mit Blick auf die „unwürdige, unsensible und polemische“ Plakatkampagne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Er appellierte an die Mitglieder, so oft wie möglich den Dialog mit Mitbürgern zu suchen. Erfreut zeigte sich Brändle über die Entwicklung der Ringleistungen. Hier versuche man mit ständigen Anpassungen, etwa im Bereich der Mietmaschinen oder eines eigenen RTK-Signals für automatische Lenksysteme, interessante und hilfreiche Angebote zu entwickeln.

Mit 27 Mietmaschinen vom Miststreuer über Mietschlepper und Bodenbearbeitungsgeräte bis zur Grünlandnachsaat und Güllekette ist der MR gut aufgestellt. Weitere Neuzugänge sind ein zweiter Muldenkipper sowie eine Scheibenegge. Auch der Einsatz des Betriebsdiensts hat sich vergrößert: Für die 15 Mitarbeiter konnten bei 112 Einsätzen rund 16 600 Einsatzstunden eingebucht werden, sagte Betz.

Einstellung bestimmt Zukunft

Einige motivierender Empfehlungen hatte Gastredner Clemens Große Macke mitgebracht. Der niedersächsische Landwirt und Landtagsabgeordnete berät seit Jahren Berufskollegen und konnte feststellen, dass - unabhängig von der Betriebsgröße - Erfolg und Misserfolg maßgeblich mit der Einstellung der Akteure verknüpft sind. Wer jahrelang vor seinen Kindern die Lage der Bauern beklage, brauche sich nicht zu wundern, wenn diese später abwinken. Deshalb sein Appell: „Wähle deine Einstellung zu deiner Arbeit und zu deiner Heimat.“ Für den 58-Jährigen ist das Hi­naustragen der heutigen landwirtschaftlichen Lebenswelt in die Gesellschaft wichtiger denn je. Zunehmend werde die gesamte Branche mit Negativschlagzeilen belegt. „Das müssen wir umkehren und auch im Berufsstand geschlossen agieren“, forderte Große Macke. Öffentlichkeitsarbeit auch über Soziale Netzwerke sei ein Weg, dieser Entwicklung entgegenzutreten. pm

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