Zwischen Neckar und Alb

Maskenpflicht gilt jetzt auch im Unterricht

Corona Der Landkreis setzt die Berliner Beschlüsse der Regierungschefs möglichst schnell um.

Kreis. Mit Überschreiten der Vorwarn- und der Eingriffsstufe wurden im Landkreis bereits einschneidende Maßnahmen erlassen. Diese werden nun weiter verschärft. Bis auf weiteres gilt ab Samstag, 17. Oktober, 0 Uhr: private Feiern im privaten Kreis werden auf zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Haushalten begrenzt, private Feiern in öffentlichen Räumen ebenfalls auf zehn Teilnehmer. Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung wird auf Schulen ab der Klassenstufe fünf erstreckt. Bei öffentlichen Veranstaltungen wird die Zahl der Teilnehmer auf 100 Personen begrenzt. Das hat zum Beispiel Auswirkungen auf das Messegeschehen, die Hochzeitsmesse am kommenden Wochenende musste bereits abgesagt werden. Eine weitere Einschränkung gibt es mit der Einführung von Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf maximal zehn Personen. „Trotz aller staatlich gelenkten Verordnungen braucht es jetzt die Einsicht jedes Einzelnen und die Bereitschaft, sich jetzt zu beschränken, um das Infektionsgeschehen im Kreisgebiet positiv zu beeinflussen“, sagt Landrat Eininger.

Mit einer Inzidenz von 80,2 am Donnerstag liegt der Landkreis Esslingen derzeit an der Spitze in Baden-Württemberg. In Verbindung mit dem Virus ist am Donnerstag ein weiterer Todesfall im Kreis gemeldet worden. Auch die Zahl der Coronatests im Kreisgebiet ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen: In der Woche von 27. Juli bis 2. August wurden 832 Personen getestet, davon waren 0,4 Prozent positiv. Im Zeitraum von 5. bis 11. Oktober wurden 3067 Personen abgestrichen, bei 6 Prozent davon fiel der Test positiv aus. „Wir testen sehr viel aber gezielt, und können so die Verbreitung des Virus viel besser nachverfolgen als noch im Frühjahr“, erklärt Dr. Dominique Scheuermann, die Leiterin des Gesundheitsamts im Landratsamt.

Das Infektionsgeschehen im Landkreis ist weiterhin diffus, mit Hotspots in Flüchtlingsunterkünften, verbunden mit einem Ausbruch in einem Frachtzentrum.

Situation in den Klinken

Die Zahl der stationär aufgenommenen Corona-Patienten an den kreiseigenen Medius-Klniken hat sich in der vergangenen Woche leicht erhöht. In Kirchheim werden sieben Patienten behandelt, einer davon auf der Intensivstation. In Nürtingen werden sechs Patienten behandelt, drei davon müssen auf der Intensivstation beatmet werden. In Ruit werden zwei Patienten behandelt. Engpässe in der Behandlung sind derzeit nicht abzusehen.

Möglichkeiten für Coronatests

Menschen mit Symptomen und Kontaktpersonen können sich nur mit einem Code vom Hausarzt an einem der beiden Corona-Abstrichzentren (CAZ) in Nürtingen und seit Donnerstag auch wieder an der Messe Stuttgart im Drive-In-Verfahren testen lassen. Damit wird eine Kapazität von maximal 1200 Tests pro Tag geschaffen. „Wir haben es mit Unterstützung der Ärzteschaft, der Maltester und der Kliniken in der Kürze der Zeit geschafft, das zweite Abstrichzentrum wieder in Betrieb zu nehmen“, lobt der Gesundheitsdezernent Christian Baron. Das Landratsamt bittet darum, auch das CAZ an der Messe zu nutzen. Weitere Testmöglichkeiten bestehen in einer der 36 Corona-Schwerpunktpraxen im Landkreis. Die Praxen können unter der Adresse https://www.kvbawue.de/buerger/notfallpraxen/corona-anlaufstellen/corona-karte/ abgerufen werden. Am Flughafen besteht für Reisende die Möglichkeit, sich testen zu lassen.

Die Personalsituation im Gesundheitsamt ist derzeit angespannt. Mitarbeiter werden derzeit von Beschäftigten im Landratsamt unterstützt, um bei derKontaktpersonennachverfolgung mitzuhelfen. Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen unterstützt derzeit mit 14 Mitarbeitern und zudem sind seit Mittwoch 15 Bundeswehrangehörige im Einsatz. pm

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