Zwischen Neckar und Alb

Mediation soll Nürtinger Bürgerentscheid verhindern

Stadtbild Ein Hotel am Neckar? Oberbürgermeister und Gemeinderat wollen sich mit einer Gegen-Initiative einigen.

So könnte das Hotel aussehen. Visualisierung: pm

Nürtingen. Das geplante Hotel am Neckar erhitzt derzeit die Gemüter in Nürtingen. Eine Bürgerinitiative bereitet ein Bürgerbegehren gegen den Verkauf der Grundstücke vor. Der Oberbürgermeister und der Gemeinderat bemühen sich nun um eine vorherige Einigung: Die Überraschung und zugleich Erleichterung ist bei einigen Stadträten groß gewesen, nachdem Fritz Eisele, der zusammen mit Ex-Stadtrat Dieter Braunmüller die Bürgerinitiative anführt, in der Sitzung zu Wort gekommen war. „Wir sind gar nicht so weit auseinander“, stellten die Stadträte Achim Maier (Freie Wähler) und Dr. Matthias Hiller (CDU) unabhängig voneinander fest. Zuvor hatte Fritz Eisele erklärt: „Wir haben nicht generell etwas gegen ein Hotel.“ Die Bürgerinitiative lege nur Wert auf eine „ergebnisoffene“ Diskussion. Wenn von vornherein festgelegt werde, dass es an dieser Stelle ein Hotel sein muss, „dann ist das nicht mehr ergebnisoffen“.

Die Vertreter der Bürgerinitiative hatten in den vergangenen Tagen mehrere Gespräche mit Oberbürgermeister Otmar Heirich geführt. Sie wünschen sich, dass der im November gefasste Beschluss des Gemeinderats zum Verkauf mehrerer Flächen zum Zweck eines Hotelbaus am Neckar zurückgenommen wird. Innerhalb der nächsten vier Wochen könnte nach der Vorstellung der Bürgerinitiative die verkaufbare und bebaubare Fläche gegenüber den bisherigen Plänen begrenzt werden.

Bürgerinitiative hofft auf Mediation

In einer Mediation mit Bürgerbeteiligung könne dann neu über die Gestaltung der Bebauung diskutiert werden. Falls es dazu nicht kommt, bereitet die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren gegen den Gemeinderatsbeschluss vor. Dafür würden bis Ende Februar Unterschriften gesammelt. Sollte das Bürgerbegehren erfolgreich sein, wäre drei Jahre lang kein Verkauf des Geländes und keine Bebauung möglich.

In der Sitzung legte Oberbürgermeister Heirich zunächst neue Visualisierungen vor. Die in Z-Form geplanten Hotelgebäude sind dabei ein Stück weit vom Neckarufer abgerückt. Ein dreigeschossiger Bau würde direkt an der Bundesstraße stehen, ein zweigeschossiges Gebäude stünde dann auf der Seite des Neckarufers. Der Damm, den es schon gibt, müsste erhöht werden.

Wenn das Hotelgebäude direkt an die Straße anschließen würde, „müssten allerdings massive Veränderungen“ an den bisherigen Plänen vorgenommen werden. In die von der Bürgerinitiative vorgeschlagene begrenzte Verkaufsfläche würde das Hotel nicht hineinpassen, machte Heirich klar.

Auch die Vertreter der Bürgerinitiative seien für eine Bebauung an der Bundesstraße. Ob aber ein Hotel, eine Tankstelle oder andere Gebäude dort hinkommen, wollen sie der Mediation überlassen. Der Oberbürgermeister bat die Stadträte darum, schleunigst in ihren Fraktionen über das weitere Vorgehen zu beraten. In vier Wochen müsse ein Kompromiss vorliegen. Nach der Übergabe sei das nicht mehr möglich. Lutz Selle

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