Zwischen Neckar und Alb

Mehr als bloß vergessene Butter

Rahmenbedingungen für eine Nahversorgung

Der SPD-60+-Kreisverband Esslingen beschäftigte sich bei seinem runden Tisch mit der Frage: Welche Rahmenbedingungen sind nötig, um auch auf dem Land die Einkaufsmöglichkeiten für Lebensmittel zu erhalten?

Wendlingen. Immer mehr Menschen verlassen im Alter den ländlichen Raum. So hat das Lenninger Tal in den letzten fünf Jahren ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung verloren. Was ist ist hier notwendig und was wünschenswert? Klaus Korschinek, Leiter der Filderwerkstatt, berichtet von der Ausgangssituation in der Lebensmittelbranche. 92 Prozent des Handels liegen in wenigen Händen.

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Die Filderwerkstatt betreibt in der Region unter anderem einen CAP-Markt in Notzingen. Aber auch hier müssen die Umsätze zum Erhalt des Ladens reichen. Ein Kunde kauft lediglich 100 verschiedene Produkte, sagt Klaus Korschinek. Entweder die gewohnte „Marke“ oder das billigste Produkt. Einkaufen wird zum Event, solange man mobil ist, und was kommt dann? Das Verhalten der Verbraucher hat zu den massiven Veränderungen mit den Einkaufszentren auf der grünen Wiese geführt. Auch bestehende kleine Läden haben Schwierigkeiten, überhaupt Lieferanten und in den Ortsmitten geeignete Läden zu finden. Sie benötigen Kunden, die mehr als nur die vergessene Milch oder Butter kaufen. Die SPD 60+ fordert, dass die Gemeinden sich mehr in diesem Bereich engagieren müssen. Es müssen Konzepte für Dorfkernentwicklung stärker vorangebracht werden.

Ältere Menschen haben ein Recht auf Teilhabe am Leben, und das ist mehr als ein „Lieferservice“. Zur Nahversorgung gehören auch Treffpunkte, Ärzte, Bürgerbusse und vieles mehr. Hier sind auch Kooperationen mit den Nachbargemeinden wichtig. Der demografische Wandel ist noch nicht im Fokus aller Gemeinden und ihren gewählten Vertretern angekommen. pm