Zwischen Neckar und Alb

Mehr Unterstützung für überlastete Eltern

ProjuFa bietet kostenlose Beratung und Hilfe für Familien mit kleinen Kindern an

Das Programm Proaktive Beratung und Hilfen für junge Familien (ProjuFa) bietet frühe Beratung und Hilfe für seelisch belastete Familien. Im Rahmen der Bundesinitiative „Frühe Hilfen und Familienhebammen“ wurde die bis Ende 2015 befristete Finanzierung nun um ein weiteres Jahr verlängert.

Kreis Esslingen. Das Angebot des Amts für Soziale Dienste und Psychologische Beratung richtet sich vor allem an Elternteile mit Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren, die psychisch beziehungsweise physisch überlastet oder unsicher im Umgang mit dem Kind sind. Damit will ProjuFa auch präventiv zum Kinderschutz beigetragen. Was den Verantwortlichen zu schaffen macht ist, dass Kliniken auch Neugeborene mit anspruchsvollem pflegerischem Bedarf immer früher aus der stationären Unterbringung entlassen.

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ProjuFa muss dadurch immer häufiger daraus entstandene Notlagen kompensieren. Die Zahlen belegen die vermehrte Inanspruchnahme des Programms: Bekamen 2012 noch 393 Familien von ProjuFa einzelfallbezogene Hilfe, so waren es allein im ersten Halbjahr 2015 schon 319. Erschwerend kommt hinzu, dass die zukünftige Finanzierung des Programms zwar in Aussicht gestellt, aber noch nicht definitiv gesichert ist.

Für den Zeitraum von Anfang 2013 bis Ende 2014 stellte der Bund im Rahmen der Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ Gelder zur Verfügung. Die Laufzeit der Förderung wurde zunächst bis Ende 2016 verlängert. Diese Befristung der Laufzeit bedeutet für ProjuFa einerseits einen hohen Verwaltungsaufwand und außerdem eine eingeschränkte Planungssicherheit. Eine verlässliche Finanzierung ist aber dringend notwendig, um die Hilfeleistungen für überlastete Familien zu gewährleisten. Sie sollen einerseits den Eltern unter die Arme greifen, aber dadurch auch die Kinder präventiv vor psychischer Belastung oder Vernachlässigung schützen. Die einzelfallbezogene Hilfe umfasst beispielsweise Alltagsgestaltung, Begleitung zu Behörden, Beratung und psychosoziale Hilfe. Diese Unterstützung bekommen vor allem Eltern, die als psychisch auffällig gelten. 2013 machten sie 37 Prozent der von ProjuFa betreuten Eltern aus.

Das Projekt richtet sich aber auch mit generellen Angeboten an Eltern kleiner Kinder. So gibt es offene Treffs für junge Familien, um sich austauschen zu können, ebenso wie Elternbildungskurse und Kliniksprechstunden.

Das Angebot von ProjuFa ist kostenlos und freiwillig und wird inzwischen auch immer häufiger durch Kliniken, Ärzte und Hebammen vermittelt.