Zwischen Neckar und Alb

Mehrfamilienhaus zerstört

Polizei findet Feuerwerkskörper und russische Übungsgranate

Nach dem Brand eines Hauses im Esslinger Stadtteil Zell ist der schwerverletzte 31-jährige Bewohner außer Lebensgefahr. Kurz vor vier Uhr gab es gestern in einer Küche des Mehrfamilienhauses eine Verpuffung und während der Löscharbeiten weitere, sodass sich die Flammen auf weitere Räume des Gebäudes ausbreiteten und dieses nahezu komplett zerstörten.

Zu einem Brand kam es im Esslinger Stadtteil Zell. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt und zwei Straßen mussten gesperrt werden
Zu einem Brand kam es im Esslinger Stadtteil Zell. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt und zwei Straßen mussten gesperrt werden. Foto: SDMG/Woelfl

Esslingen. Am frühen Dienstagmorgen ist es im Esslinger Stadtteil Zell zu einem schweren Brand in einem Mehrfamilienhaus gekommen, bei dem mehrere Bewohner zum Teil schwer verletzt worden sind. Kurz vor vier Uhr gab es aus bislang ungeklärter Ursache eine Verpuffung in einer Küche des Hauses. Als die Rettungskräfte kurz darauf eintrafen, schlugen bereits Flammen aus dem Erdgeschoss und dem 1. Stock. Anschließend gab es weitere Verpuffungen in dem Haus, und das Feuer dehnte sich aus. Die drei Bewohner des Gebäudes konnten sich selbstständig ins Freie begeben. Der 31-jährige Sohn erlitt lebensgefährliche Verbrennungen und sein 63-jähriger Vater schwere Brandverletzungen, auch er liegt mit schweren Brandverletzungen in einem Krankenhaus. Der schwerverletzte 31-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr. Die 60 Jahre alte Mutter konnte nach einer ambulanten Behandlung aus der Klinik entlassen werden. Zur Versorgung der Familie war der Rettungsdienst mit insgesamt sieben Fahrzeugen und zehn Kräften vor Ort. Die verletzten Männer mussten in Spezialkliniken gebracht werden.

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Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot an der Brandstelle. Die Hauptstraße von Zell sowie die paral­lel verlaufende Wilhelmstraße wurden voll gesperrt, ein nebenstehendes Gebäude evakuiert und die Bewohner vom Rettungsdienst betreut.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nach der Brandursache aufgenommen. Während der Löscharbeiten gab es weitere Verpuffungen, sodass sich die Flammen auf weitere Räume des Gebäudes ausbreiteten und dieses nahezu komplett zerstörten. In dem Haus wurden größere Mengen an Chemikalien sowie etliche Feuerwerkskörper und eine russische Übungsgranate gefunden. Die Granate und die Feuerwerkskörper wurden von den Delaborierern des Landeskriminalamtes mitgenommen. Für die chemischen Substanzen musste eine Spezialfirma zur Entsorgung an den Brandort bestellt werden. Inwieweit der Besitz und der Umgang mit den Chemikalien, der Feuerwerkskörper sowie der Granate strafbar ist, bedarf noch der weiteren Klärung.

Gegen 11.45 Uhr konnte die Wilhelmstraße für den Verkehr teilweise wieder freigegeben werden. Die Hauptstraße blieb weiter voll gesperrt. Der Schaden am Haus beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf mehrere Hunderttausend Euro. lp