Zwischen Neckar und Alb

Nach Blitzschlag: Junge stabil

Ein Gewitter hat am Sonntag jäh ein Kindersportfest beendet. Der indirekt vom Blitz getroffene Zwölfjährige ist weiterhin auf der Intensivstation.

Aichwald. Während eines Mehrkampftages des Turngaus Neckar-Teck ist am Sonntag gegen 14.15 Uhr ein Gewitter ausgebrochen. Während die Wettkämpfe der Kinder auf dem Sportplatz in Schanbach in vollem Gange waren, knallte es plötzlich. Ein Junge lag am Boden, sein Herz stand still.

Entgegen erster Polizeiberichte sagen nun Anwesende, dass es vor dem Blitzeinschlag keine Anzeichen für ein Gewitter gab, außer grauem Himmel und leichtem Tröpfeln. Der lebensgefährlich verletzte Zwölfjährige war nicht allein auf dem Feld. Mindestens hundert Menschen seien während des Blitzeinschlages noch im Stadion gewesen.

Wo der Blitz am Sonntag genau eingeschlagen hat, bleibt unklar. Sicher ist der lebensgefährlich verletzte Junge aber nicht direkt getroffen worden. So etwas sei häufig tödlich, und man würde Ein- und Austritt des Schlages sehen, erklärt DRK-Einsatzleiter Michael Wucherer, der mit seinen Einsatzkräften die Betroffenen betreut hat. Dennoch musste der Zwölfjährige vor Ort wiederbelebt werden, weil sein Herz-Kreislauf stillstand. Über den nassen Rasen, auf dem er stand, wurde der Strom wohl an ihn weitergeleitet.

Zu seinen Verletzungen will das Klinikum Esslingen keine genaueren Angaben machen. Der Zustand des Patienten sei seit Sonntag stabil, gab eine Sprecherin bekannt. Allgemein sei das Herz-Kreislauf-System nach Blitzschlägen betroffen, sagt sie. Zudem könne mitunter die Haut Verbrennungen aufweisen, Hör- und Sehfähigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden und psychische Probleme wie Angstzustände könnten vorkommen.

Neben dem Jungen gab es 14 weitere Verletzte, die einen leichteren Stromschlag oder einen Schock erlitten hatten. Einige behandelte das Rote Kreuz vor Ort, acht wurden zur Beobachtung noch einige Stunden in Krankenhäuser gebracht.

Auch wenn gestern wieder Sonnenschein herrschte, warnt Michael Gutwein von der Stuttgarter Außenstelle des Deutschen Wetterdienstes: „So ganz überstanden ist das Ganze nicht.“ Auch heute Nachmittag bis in die Nacht zum Donnerstag sowie von Samstagabend bis Sonntag rechnet Gutwein mit stärkeren Unwettern.

Erst ab kommender Woche sieht der Wetterexperte Entspannung: Dann würden die Temperaturen kühler, das Wetter wechselhaft mit Niederschlägen und die Gewitter gingen drastisch zurück.

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