Zwischen Neckar und Alb

Nach dem Strohfeuer: Polizei sucht Kinder

Brand Erdbeer-Bauer Guido Henzler geht von 50 000 Euro Schaden aus.

Die Feuerwehr hatte nicht allein mit den Flammen zu kämpfen, sondern auch mit dem Wind, der den Brand schürte.Foto: SDMG/Krytzne
Die Feuerwehr hatte nicht allein mit den Flammen zu kämpfen, sondern auch mit dem Wind, der den Brand schürte.Foto: SDMG/Krytzner

Nürtingen. Unweit der Reithalle in Raidwangen liegen die Erdbeerfelder des Obstbetriebes Henzler. Dort brannten am Samstag rund 400 Strohballen lichterloh. Guido Henzler, Leiter des landwirtschaftlichen Betriebes, schätzt den Schaden auf rund 50 000 Euro. Er vermutet Brandstiftung durch Kinder.

Es war um die Mittagszeit, als eine dunkle Rauchsäule in den Himmel stieg. Zu den brennenden Strohballen rückten neben den Feuerwehren aus Raidwangen und Reudern auch die Nürtinger Einsatzkräfte aus, die zu dem Zeitpunkt am traditionellen Maientag in Nürtingen teilnahmen. Die Feuerwehr musste einen 400 Meter entfernten See anzapfen. Aus mehreren Rohren wurde Wasser auf die brennenden Strohballen gespritzt. Ein Bagger riss die aufeinandergeschichteten Ballen mit der Schaufel auseinander, um an die Glutherde im Inneren zu gelangen. Doch Wind erschwerte die Löscharbeiten, und das Stroh war nicht mehr zu retten.

Guido Henzler, der auch in und um Kirchheim Erdbeeren, Spargel und Kürbisse verkauft, eilte zum Brandort. Er zeigt sich erschüttert. Schon vor sechs Jahren seien auf seinem Betrieb Strohballen angezündet worden. Henzler vermutet, dass der Brand absichtlich gelegt wurde. Auch die Polizei geht von Brandstiftung aus. Kurz vor Ausbruch des Feuers wurden in der Nähe der Ballen Kinder gesehen. Ob sie gezündelt haben, ist noch nicht bekannt.

Immer wieder sieht Guido Henzler, wie Kinder im Stroh spielen. Das ärgert ihn: „Unsere Strohballen sind kein Spielplatz“, betont er. Sich dort aufzuhalten, könne auch gefährlich sein. Einzäunen darf er den Platz nicht, weil er sich im Naturschutzgebiet befindet.

Der Verlust der Ballen schmerzt den Landwirt, der am Samstag Stroh unter den Erdbeeren auslegen wollte. Das soll die Früchte vor allem bei Unwettern vor Verschmutzungen schützen. Die Halme sind seit vergangenem Jahr Mangelware: „Wir wissen nicht, wo wir jetzt so kurzfristig Stroh herbekommen sollen“, so Henzler.

Eine Fahndung, an der auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, blieb ohne Erfolg. Nun sucht die Polizei nach den drei Kindern und Jugendlichen, die am Samstag bei den Strohballen gesehen wurden. Sie sollen zwischen zehn und 15 Jahren alt gewesen sein und dunkle, unauffällige Kleidung getragen haben. Einer hatte einen „Hoodie“an.Thomas Krytzner

5 Zeugenhinweise nimmt die Polizei telefonisch entgegen unter 0 70 22/9 22 40

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