Zwischen Neckar und Alb

Natalie Pfau-Weller ist nominiert

Landtagswahl Die 32-jährige Kirchheimer Stadträtin will Karl Zimmermann als CDU-Landtagsabgeordnete im Wahlkreis Kirchheim beerben. Von der Basis erhielt sie 93,6 Prozent der Stimmen. Von Katja Eisenhardt

Kirchheims CDU-Landtagskandidatin Natalie Pfau-Weller, umrahmt vom bisherigen CDU-Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann (links) u
Kirchheims CDU-Landtagskandidatin Natalie Pfau-Weller, umrahmt vom bisherigen CDU-Landtagsabgeordneten Karl Zimmermann (links) und ihrem Zweitkandidaten Oliver Pum. Foto: Katja Eisenhardt

Ein eindeutiges Ergebnis und eine strahlende CDU-Kandidatin für die Landtagswahl im März 2021: Mit 88 von 94 gültigen Stimmen wurde die Kirchheimer Stadträtin Natalie Pfau-Weller in der Notzinger Gemeindehalle als Erstkandidatin für den Wahlkreis Kirchheim gewählt. Sie war konkurrenzlos ins Rennen gegangen. Mit ihrer Nominierung tritt die 32-Jährige in die Fußstapfen von Karl Zimmermann, der seit 2001 im Landtag sitzt und nach fast 20 Jahren nicht erneut kandidierte.

„Mit 70 sollte man das Ruder an jüngere und gleichzeitig erfahrene Leute übergeben. Das tue ich mit voller Zuversicht und Überzeugung. Ich kenne Natalie Pfau-Weller schon viele Jahre und weiß, dass sie einen hervorragenden Job machen wird“, zeigte sich Karl Zimmermann mit seiner Nachfolgerin äußerst zufrieden.

Gemeinsam mit Zweitkandidat Oliver Pum aus Köngen, der sich mit 82 Stimmen gegen seinen spontanen Herausforderer Thomas Wust aus Plochingen (elf Stimmen) durchsetzte, will Natalie Pfau-Weller engagiert und motiviert in den Wahlkampf ziehen. Sollte ihr der Einzug in den Landtag gelingen, hat Karl Zimmermann einen guten Rat: „Immer den Kontakt zu den Menschen halten, gerade auch an der Basis. Und das vor allem immer auf Augenhöhe und nie von oben herab. Außerdem muss man für eine Sache auch kämpfen, wenn man davon überzeugt ist.“

2007 war die Kandidatin für die Landtagswahl 2021 in die CDU eingetreten. Auslöser sei der erste Platz beim Wirtschaftspreis des BDS Kirchheim gewesen. Bei der Preisverleihung knüpfte sie Kontakte zu CDU-Mandatsträgern. Seit ihrem Parteieintritt sammelte sie Erfahrung in verschiedenen Ämtern - angefangen bei der Jungen Union bis hin zum Kreisvorstand. Seit 2014 ist die 32-jährige Stadträtin in ihrer Heimatstadt. Im selben Jahr lehnte Pfau-Weller eine vorgeschlagene Kandidatur für den Landtag ab. Mitten in der Promotion und mit dem Wunsch, Berufserfahrung zu sammeln, habe der Zeitpunkt noch nicht gepasst. Natalie Pfau-Weller ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart tätig. Zu ihren Themen zählen die nachhaltige Stadtentwicklung, Digitalisierung, Klimaschutz und Klimafolgenanpassung. Diese Erfahrungen möchte sie auch gerne in die Arbeit als Landtagsabgeordnete einbringen. Über sich selbst sagt die Mutter einer kleinen Tochter, sie sei eine Macherin, die aktiv etwas bewegen will. Sie möchte zu einem Generationenwechsel im Landtag beitragen, „ohne dabei auf Kontinuität in Bezug auf christlich-konservative Werte zu verzichten.“

„Die Grünen entzaubern“

Ein weiterer Ansporn sei es, im Wahlkreis Kirchheim weiterhin die CDU zu repräsentieren und die im Höhenflug befindlichen Grünen „hinsichtlich ihrer Technologieverdrossenheit und Bevormundungspolitik zu entzaubern“, zeigte sich Natalie Pfau-Weller kämpferisch. Einer ihrer Themenschwerpunkte ist die Infrastruktur, zu der eine bessere Schienenanbindung des Neckartals auf die Filderebene sowie die Umsetzung wichtiger Straßenbauprojekte in der Region zählen. Ein Beispiel: die Ortsumfahrung von Owen. Wichtig sind ihr eine Kombination aus öffentlichem Nahverkehr, Rad- und Individualverkehr.

Ein zweites Thema ist die Wirtschaftsförderung. Hierzu gehören die Digitalisierung und die CO2-Emission. Es gelte, neue Beschäftigungsarten zu suchen und gleichermaßen bestehende Arbeitsplätze zu sichern. Im Bildungssektor setzt sich Pfau-Weller für die verbindliche Grundschulempfehlung und kleinere Klassen ein. Zudem müsse die Realschule wieder an Image gewinnen, gerade was das Thema „Ausbildung statt Studium“ angehe. Wichtig ist ihr zudem die Familien- und Generationengerechtigkeit, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ebenso mit einschließe wie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Ich setze mich voller Kraft und Leidenschaft dafür ein, dass Baden-Württemberg künftig von Susanne Eisenmann regiert wird und unser Bundesland weiterhin voller Idee, Fleiß und Tatkraft steckt.“

Zweitkandidat Oliver Pum (50) aus Köngen arbeitet bei der Evangelischen Landeskirche als Referent für die Kooperation von Kirche, Jugendarbeit und Schule. Er ist seit 2017 stellvertretender Vorsitzender des CDU-Ortsverbands.

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