Zwischen Neckar und Alb

Neue Zeiten für die Villa Domnick

Kunst Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg übernehmen künftig die Leitung an der Oberensinger Höhe. Am Programm und an den Öffnungszeiten ändert sich einiges, um mehr Besucher zu locken. Von Nicole Mohn

Durchblick für die Kunst: Frank Krawczyk, Vera Romeu, Janna Almeida und Michael Hörrmann. Foto: Nicole Mohn
Durchblick für die Kunst: Frank Krawczyk, Vera Romeu, Janna Almeida und Michael Hörrmann. Foto: Nicole Mohn

Der Name Domnick hat in Kunst- und Musik-Kreisen Glanz. Weltweit ist die Sammlung des Neurologen und Psychiaters ein Inbegriff für abstrakte Malerei und Plastik. In der Region ist die Villa auf der Oberensinger Höhe jedoch meist nur Kennern bekannt - bisher. Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg wollen das Kleinod nun einem breiteren Pub­likum bekannt machen.

Zum Jahresbeginn kündigten sich in der Sammlung Domnick große Veränderungen an. Der langjährige Kurator Dr. Werner Esser nahm seinen Abschied. Seither betreuen die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg (SSG) das Ensemble aus Kunst, Architektur und Natur. Damit reiht sich die Villa in die lange Kette anderer Kulturdenkmäler im Ländle ein - darunter das Kloster Maulbronn oder auch das Kirchheimer Schloss und Salem.

Insgesamt 60 Monumente betreuen die SSG landesweit. Mit Erfolg, wie der SSG-Geschäftsführer Michael Hörrmann betont: Rund 3,8 Millionen Besucher verzeichneten die Schlösser, Gärten und Burgen im vergangenen Jahr. „Das sind rund 900 000 mehr als bei unserem Start 2009“, sagt Hörrmann stolz. Einen Erfolg, den die SSG nun auch für die Stiftung Domnick erzielen möchte. „Wir wollen die Villa als besonderes Ausflugsziel interessant machen“, kündigte der SSG-Geschäftsführer bei einem Pressegespräch vor Ort an. Sein Wunsch: Das besondere kulturelle Erbe, das Ottomar und Greta Domnick mit dem Gesamtensemble aus Kunstsammlung, Haus und Park hinterlassen haben, soll künftig einem größeren Publikum geöffnet werden.

Im ersten Schritt erweitert die SSG die Öffnungszeiten. Mit dem Start in die Sommersaison wird die Stiftung künftig samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Außerdem bietet die SSG künftig jeweils sonntags um 15 Uhr Standardführungen durch das Anwesen und den Garten an. Die Homepage der Stiftung wird überarbeitet und soll nach Auskunft des Pressesprechers Frank Krawczyk künftig noch detaillierter zum Anwesen, zu der Sammlung und seinen ehemaligen Besitzern Auskunft geben.

Die Villa als Lernort - auch das hat für Hörrmann großes Potenzial: „Wir werden die Schulen einladen und ein Konzept für den Lehrplan erarbeiten“, berichtet er. Auch am Ferienprogramm der Stadt Nürtingen wird die Stiftung sich in diesem Jahr beteiligen. Bereits eine erste Anmeldung gibt es für eine weitere Neuerung: eine Trauung in der Villa Domnick.

Das neue Jahresprogramm, das Hörrmann mit seinem Team gestern vorstellte, spiegelt den Neuanfang wider. Hier reihen sich einige neue Veranstaltungen ein. Unter anderem startet am 29. April eine Reihe mit Lesungen. Johannes Kretschmann, Sohn des Ministerpräsidenten, liest zusammen mit Markolf Hofmann. Für den Juni ist ein Picknick-Konzert im Skulpturen-Garten der Stiftung geplant.

Auch das Sommerfest mit Ministerpräsident Winfried Kretsch­mann als Schirmherr erfährt eine Wiederauflage. Im Mittelpunkt soll dabei Domnicks Filmschaffen stehen. Zugleich aber soll das Fest auch als Familientag genutzt werden können. Dazu ist eine Kooperation mit der Jugendkunst- und Musikschule in Planung.

Bekannte und traditionsreiche Veranstaltungen wie der Cello-Preis und Konzerte mit zeitgenössischer Musik werde es nach wie vor geben, betont Janna Almeida von der Klosterverwaltung Bebenhausen, in deren Verwaltungsbereich die Villa eingebunden ist. Auch die Kooperationen mit der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart wie auch der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart will die SSG fortführen. Mit dem neuen Programm hofft Hörrmann deutlich mehr Besucher anzusprechen. Sein ehrgeiziges Ziel: die 2000er-Marke.

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