Zwischen Neckar und Alb

Neuer Kulturverein: ​Ein bisschen Verrücktheit schadet sicher nicht

Initiative Der neu gegründete Wernauer Verein „Kult“ möchte auch anderen Gruppierungen unter die Arme greifen. Von Andreas Pflüger

So sehen sie aus, die Gründungsmitglieder des neuen Kulturvereins Kult e.V. in Wernau. Foto: pr

Wernau. Zwischen „außergewöhnlich“ und „verrückt“ schwanken die Einschätzungen, wenn man Außenstehende fragt, was sie davon halten, inmitten der Corona-Pandemie eine Kulturinitiative zu gründen. Ein knappes Dutzend engagierter Leute hat es dennoch getan und im Herbst dieses Jahres den Wernauer Verein „Kult“ aus der Taufe gehoben. Verrückt sind die Gründungsmitglieder des gemeinnützigen Vereins zwar keineswegs, außergewöhnlich ist ihr Vorhaben allerdings schon.

Dieses wiederum spukt nicht erst seit Corona in den Köpfen der Initiatoren herum, sondern schon seit einigen Jahren. „Man sieht auch in Wernau, dass bei Festen und ähnlichen Veranstaltungen immer mehr wegbricht oder schon weggebrochen ist“, sagt Marcel Langner, einer der drei Kult-Vorstandssprecher. Sein Bruder André Langner, der Zweite des Trios, nennt als ein Beispiel „das Straßenfest, das von vielen Bürgerinnen und Bürgern sehr vermisst wird“. Und Stefan Konzack, der Dritte im Bunde, fügt hinzu: „Die Strukturen haben sich verändert, nicht zuletzt, weil in den Vereinen der Altersdurchschnitt nach oben geht.“ Was es noch gebe, darin sind sie sich einig, seien normale Hocks: mit Grillwurst, Bier und ein bisschen Musik. Das Außergewöhnliche aber fehle, fährt Konzack fort und Marcel Langner betont: „Wir sind Partymacher und wollen danach schauen, dass nicht immer das Gleiche abläuft oder dass vollends alles kaputt geht.“ 2019 habe man die lange zuvor geborene Idee deshalb wieder aufgegriffen, ergänzt sein Bruder. „Und als wir mit der Vereinsgründung so weit waren, kam Corona und bremste uns aus.“

Ein Notartermin, um den Verein gründen zu können, wurde dennoch ausgemacht, „auch wenn im vergangenen und in diesem Jahr natürlich jeder Kulturschaffende andere Sorgen hatte“, wie André Langner klarstellt. Eine Basis für die Zeit nach der Pandemie zu schaffen, war den Kult-Gründern trotzdem wichtig. „Wir wollten die finden und an einen Tisch holen, die motiviert sind und Ahnung von der Branche haben“, sagt Konzack. Das scheint gelungen – und gilt in jedem Fall für das Sprechertrio. Konzack arbeitet nebenberuflich als Veranstaltungstechniker, Marcel Langner ist Veranstaltungsfachwirt, sein Bruder im Hauptberuf zwar Architekt, als Festwart der Wernauer Narren aber ebenfalls aus dem Metier. „Wir wollten zwar unser Ding machen, was in bestehenden Strukturen unter Umständen schwierig sein kann und vielleicht auch nicht dem jeweiligen Vereinszweck entspricht“, sagt Marcel Langner, während die anderen beiden nicken. Gleichwohl sehe man sich auch als Ratgeber, Partner und Helfer, wenn andere Unterstützung benötigen.

Wer den Kult e. V. kontaktieren möchte, kann dies telefonisch unter 0 71 53/5723567 oder per E-Mail an mail@kult-wernau.de tun. Informationen zum Verein gibt es auch online.

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