Zwischen Neckar und Alb

Neuer Schliff für zwei Orgeln

Kirche Die Orgeln in der Eusebiuskirche in Wendlingen und in der Jakobskirche in Bodelshofen sind in die Jahre gekommen. Deshalb lässt die evangelische Kirchengemeinde sie nun reinigen und reparieren. Von Elisabeth Maier

Der Wendlinger Kirchenmusiker Urs Bicheler freut sich auf die Möglichkeiten, die die reparierte und umgebaute Rensch-Orgel biete
Der Wendlinger Kirchenmusiker Urs Bicheler freut sich auf die Möglichkeiten, die die reparierte und umgebaute Rensch-Orgel bieten wird.Foto: Roberto Bulgrin

Vor 20 Jahren sind die Orgeln zum letzten Mal gereinigt worden, da haben sich viel Schmutz und Staub angesammelt“, sagt der Kirchenmusiker Urs Bicheler. Für beide Projekte sammelt die Kirchengemeinde Spenden. Der Erlös der Konzerte mit wechselnden Künstlern, die Bicheler regelmäßig veranstaltet, fließt ebenso in diesen Topf, wie die Einnahmen vom Verkauf des Orgelsekts. „Der Verein Freunde der Kirchenmusik unterstützt uns sehr“, findet der engagierte Kirchenmusiker.

Mit einer elektronischen Registrierhilfe lasse sich „das Klangbild der Orgel durch Knopfdruck vielfältiger gestalten“. Außerdem werden auf dem Instrument fünf zusätzliche Pfeifenreihen installiert, aus denen zehn neue Register entstehen. „Dann lassen sich auf der Rensch-Orgel aus dem Jahr 1958 auch Werke spielen, die bisher nicht möglich sind“, freut sich Bicheler auf neue musikalische Herausforderungen. Diese Umrüstung steht innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre auf dem Plan, denn die evangelischen Christen müssen die Kosten selber stemmen.

Der 29-jährige Wendlinger Kirchenmusiker, der in Teilzeit bei der evangelischen Landeskirche als Studienleiter für die kirchenmusikalische C-Pop-Ausbildung tätig ist, hält besonders die gründliche Ausreinigung für besonders wichtig. Das müsse alle 15 bis 20 Jahre gemacht werden. Außerdem müsse die Orgel in der Eusebiuskirche um 50 Zentimeter vorgerückt werden. Das sei sehr wichtig, damit die Stimmer und Reiniger dort sicher arbeiten könnten, sagt der erfahrene Organist.

Die gründliche Reinigung und die Reparaturen an der Orgel sind bereits an die Firma Rensch in Lauffen vergeben worden. Dort wurde das Instrument 1958 auch gebaut. 26 000 Euro sollen diese Arbeiten zusätzlich kosten. Sie haben oberste Priorität. Bevor sie nicht fertig sind, kann der Umbau nicht beginnen.

Eine sogenannte Patchwork-Orgel ist das Instrument in der kleinen Jakobskirche im Weiler Bodelshofen. „Sie ist wegen ihres pneumatischen Systems eine Besonderheit“, sagt Bicheler. Dabei betätigen die Tasten selbst nur kleine Steuerventile. Diese lassen oder entlassen die Luft durch lange, dünne Bleirohre. Damit werden weitere Bälgchen und Ventile gesteuert, die letztlich dafür sorgen, dass die Pfeifen erklingen.

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts setzte sich diese Technik durch. Gut erhaltene Instrumente wie jenes aus dem Jahr 1927 gibt es heute immer seltener. Deshalb spielt auch Urs Bicheler gerne in der kleinen Kirche. 20 000 Euro investiert die evangelische Gemeinde nun in die Reparatur dieser deutlich kleineren Orgel.

Zum Hören

Orgelmatineen. Um die Christen mit der Orgelmusik vertraut zu machen, finden in der Eusebiuskirche regelmäßig Orgelmatineen statt. Die nächste ist am Sonntag, 15. Januar, um 10.30 Uhr. Dabei erklingt Orgelmusik zum Reformationsgedenkjahr. Die Spenden fließen in den Topf für die Sanierung der wertvollen Instrumente. .

1 Weitere Infos gibt es im Internet unter www.kirchenmusik-wendlingen.de.

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