Zwischen Neckar und Alb

Nürtingen trauert um Claudia Grau

Nachruf Nach schwerer Krankheit ist Nürtingens Bürgermeisterin und Kreisrätin in dieser Woche gestorben.

Claudia Grau Foto: pr
Claudia Grau. Foto: pr

Nürtingen. Gekämpft, gehofft und doch verloren. Das sind Worte, die die letzten zwölf Monate im Leben von Nürtingens Bürgermeisterin Claudia Grau treffend beschreiben. Sie setzte sich bis zum Ausbruch ihrer schweren Krankheit mit Lebensfreude und Gestaltungswille für die Stadt und ihre Bürger ein. Diese Woche ist Claudia Grau, die im März ihren 54. Geburtstag hätte feiern dürfen, gestorben.

Sie hat früh erfahren, was es heißt, an der Spitze einer Kommune zu stehen. Ihr Vater war Bürgermeister in Schlaitdorf. Auch sie hat 1983 nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium eine Ausbildung im gehobeneren Verwaltungsdienst durchlaufen. Beim Landesamt für Besoldung und Versorgung begann ihre berufliche Karriere. Später wechselte sie zum Abfallwirtschaftsbetrieb und dann zum Landratsamt Esslingen, wo sie in verschiedenen Dezernaten tätig war. Ab Mai 2010 war sie Amtsleiterin für Kreisschulen und Immobilien.

Im November 2010 bewarb sich die Kreisoberverwaltungsrätin auf die Stelle des Ersten Beigeordneten der Stadt Nürtingen. Bei der Wahl durch den Gemeinderat im Februar 2011 setzte sie sich mit großer Mehrheit gegen den Amtsinhaber durch. Ihr Durchsetzungsvermögen in den ersten Monaten ihrer Amtszeit als Nürtinger Bürgermeisterin hat wohl auch dazu geführt, dass 2011 bei der Oberbürgermeisterwahl 1 119 Wähler den Namen von Claudia Grau auf den Stimmzettel schrieben. Im notwendigen zweiten Wahlgang verstärkten die Anhänger die Werbung. 49,6 Prozent stimmten im zweiten Wahlgang für Otmar Heirich, 32 Prozent für Claudia Grau.

Oberbürgermeister und Bürgermeisterin versuchten, nach der Wahl die Gräben zuzuschütten und die Zusammenarbeit zu verbessern. Ganz störungsfrei lief es allerdings nicht.

Dass Claudia Grau großen Rückhalt und viel Zuspruch in der Bevölkerung hatte, bestätigte das Kreistagswahlergebnis im Mai 2014. Auf die Nürtinger Bürgermeisterin entfielen überwältigende 12 551 Stimmen. „Wir beklagen den Tod einer erfolgreichen Kommunalpolitikerin, einer langjährigen, zuverlässigen Mitarbeiterin und eines liebenswerten Menschen, der uns allen ans Herz gewachsen ist“, schreibt Landrat Heinz Eininger in einer Pressemitteilung. al/pm

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