Zwischen Neckar und Alb

Obstbaumreisig entlastet die Umwelt

Schnittgut ergibt 2 062 Kubikmeter Holzhackschnitzel

Die saisonalen Sammelplätze für Baumschnittgut sind im Landkreis wieder gut angenommen worden. Die Aktion wird in der kommenden Saison fortgesetzt.

Der Sammelplatz für Obstbaumschnittgut in Dettingen. Foto: Landratsamt
Der Sammelplatz für Obstbaumschnittgut in Dettingen. Foto: Landratsamt

Kreis Esslingen. Im Frühjahr boten wieder 18 Städte und Gemeinden im Landkreis Esslingen temporäre Sammelplätze zur Anlieferung des Baumschnittguts aus den Obstwiesen an. Auf den 30 Sammelplätzen konnten 2 062 Kubikmeter Reisigmaterial gesammelt und zu Holzhackschnitzeln weiterverarbeitet werden. Das gewonnene Energieholz dient der Wärmegewinnung und wird im Holzheizkraftwerk Scharnhäuser Park in Ostfildern, dem Philipp-Matthäus-Hahn-Gymnasium in Echterdingen, der Freien Waldorfschule in Bonlanden und der Firma Zimmermann Holzwerke GmbH in Dettenhausen eingesetzt.

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Durch die energetische Verwertung können 206 200 Liter Heizöl eingespart werden. Eine beachtliche Summe, wenn man bedenkt, dass der jährliche Durchschnittsverbrauch an Heizöl in Deutschland bei 15,4 Litern pro Quadratmeter Wohnfläche liegt. Beinhaltet ist dabei sowohl der Heizölverbrauch zum Heizen als auch die Warmwasserbereitung mit Heizöl. Übertragen auf die deutschen Privathaushalte könnten mit den eingesparten 206 200 Litern Heizöl 192 Einpersonenhaushalte mit einer Wohnfläche von 69,6 Quadratmetern, beziehungsweise 133 Einfamilienhäuser mit einer Wohnfläche von 100 Quadratmetern energetisch versorgt werden.

Neu angeboten wurde erstmals auf der Homepage des Landkreises eine interaktive Karte, mit der Interessierte die jeweils aktuell geöffneten Saison-Sammelplätze finden konnten. Mit 407 Aufrufen wurde die Karte gut angenommen. Der zusätzliche Service soll deshalb auch in den Folgejahren wieder angeboten werden.

Während der Baumschnittsaison konnten die Obstbaumwiesen-Bewirtschafter das geschnittene Reisig aus den Streuobstwiesen an die verschiedenen temporären Sammelplätze in den Kommunen abliefern. Wanderparkplätze, Festplätze, Sportgelände, Parkplätze von Freibädern oder Wiesen neben Feldwegen wurden dafür umfunktioniert. Die Plätze boten den Bewirtschaftern für zwei bis drei Wochen eine komfortable Annahmestelle ihres Schnittguts, da ein mengenunabhängiges und zeitlich flexibles Abladen möglich war. Das gesammelte Schnittgut wurde an einem zugeteilten Häckseltermin von einem Unternehmer vor Ort zerkleinert.

Sowohl bei den Kommunen als auch aus den Reihen der Streuobstwiesenbesitzer war die Resonanz erneut durchweg positiv. Die Sammelplätze liegen meist geschickt in der Nähe der Obstwiesen und sind durchgängig anfahrbar. Vielerorts koordinieren Obst- und Gartenbauvereine und Stücklesbesitzer gemeinsam mit der Kommune die Wahl der Sammelplätze für das vom Abfallwirtschaftsbetrieb und der Unteren Naturschutzbehörde unterstützte Angebot.

Eine regelmäßige Baumpflege ist für den Erhalt der landschaftsprägenden Streuobstbestände grundlegend. Ein korrekt ausgeführter Baumschnitt sorgt bei den Obstbäumen für eine gute Durchlichtung und Stabilität, die wichtig für die Fruchtqualität und den Ertrag sind, nicht zuletzt auch für die Gesundheit und ein ansprechendes Erscheinungsbild der Obstbäume. Örtliche Obst- und Gartenbauvereine bieten regelmäßig Schnittkurse an, genauso wie die Obst- und Gartenbauberatung des Landratsamtes.

Für die Schnittsaison 2016/2017 soll die Einrichtung zusätzlicher temporärer Sammelplätze wieder angeboten werden. In der Zwischenzeit sind bereits zwei Unternehmen mit der Häckslung der Reisighaufen beauftragt, damit noch mehr Städte und Gemeinden die Möglichkeit der energetischen Schnittgutverwertung umsetzen können. pm

Mehr Informationen zu diesem und weiteren Projekten im Bereich Streuobstförderung des Landkreises gibt es unter http://www.landkreis-esslingen.de/streuobstbau.