Zwischen Neckar und Alb

Pago baut 120 Stellen ab

Arbeitsmarkt Der Etikettenhersteller schrumpft den Betrieb in Aichtal. Künftig konzentriert er sich auf eine Branche.

Aichtal. Noch kann man keine genaue Zahl nennen, da die Gespräche mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi erst diese Woche beginnen. Doch fest steht seit Dienstag: Das Aichtaler Unternehmen Pago wird Stellen abbauen. Es ist davon auszugehen, dass mehr als die Hälfte der rund 240 Arbeitsplätze im Geschäftsbereich Etiketten und in der Verwaltung betroffen sind. Der zweite Geschäftsbereich Maschinenbau mit rund 75 Mitarbeitern bleibt unangetastet. Alle Maßnahmen sollen sozialverträglich und im Einvernehmen mit dem Betriebsrat erfolgen, heißt es in der Pressemitteilung von Pago.

Laut Takeshi Kyogane, der seit Januar 2016 Geschäftsführer der Pago-Gruppe in Deutschland ist, machten die schwierige Marktlage, ein hoher Preisdruck und massiver Wettbewerb die Schritte nötig. Seit mehreren Jahren mache man in Deutschland operativ Verluste. Restrukturierungen in den Jahren 2011 und 2014 hätten nur kurzfristig positive Effekte gehabt. Die tief greifende Neuausrichtung in Aich sei eingebettet in eine Weiterentwicklung der Europa-Strategie der Pago-Gruppe. Für den deutschen Standort bedeutet dies eine Fokussierung auf nur noch einen Industriezweig. Welcher das sein wird, will man mit Blick auf den Wettbewerb nicht sagen.

Fit für die Zukunft?

Derzeit bedient Pago eine Vielzahl von Industrien mit seinen Etikettierungslösungen. Durch die komplexere Aufstellung in Aich ergäben sich neue Möglichkeiten für Produkte und Maschinen. Daneben würden digitale Service-Angebote das Produktportfolio erweitern. Man sei überzeugt, so Takeshi Kyogane in der Pressemitteilung, dass es so gelinge, Pago in Deutschland fit für die Zukunft zu machen. Der Betriebsratsvorsitzender Roland Weil wollte das gestern im Hinblick auf die anstehenden Verhandlungen nicht kommentieren. Die Stimmung in der Betriebsversammlung sei sehr bedrückt gewesen. Henrik Sauer

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