Zwischen Neckar und Alb

Pendler hoffen auf freie Fahrt im April

Dauerbaustelle Über 100 Anwohner kommen zum Besichtigungstermin an der Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen und kritisieren vor allem die lückenhafte Informationspolitik. Von Elisabeth Maier

Die Dauerbaustelle zwischen Wendlingen und Oberboihingen sorgt bei den Anwohnern und Pendlern für mächtig Ärger: Entsprechend gr
Die Dauerbaustelle zwischen Wendlingen und Oberboihingen sorgt bei den Anwohnern und Pendlern für mächtig Ärger: Entsprechend groß war das interesse beim Besichtigungstermin.Foto: Roberto Bulgrin

Mit diesem Andrang hätten die Organisatoren des Regierungspräsidiums Stuttgart wohl nicht gerechnet. Zum Auftakt der Führungen, die das RP auf der Baustelle der Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen anbietet, kamen weit mehr als 100 Männer und Frauen. Dass die Straße nun bis voraussichtlich 30. April gesperrt bleibt, hatte für heftigen Ärger gesorgt. „Auf der Umleitung über die Nachbarkommune Unterensingen stehen wir jeden Morgen im Stau“, machte ein Berufspendler aus Wendlingen seinem großen Ärger Luft.

Mit diesem Verkehrsengpass müssen die Bürgerinnen und Bürger also noch bis Ende April leben. Weil sich die Fertigstellung der in die Heinrich-Otto-Straße verlegten Straße, die wegen der Bahn-Neubaustrecke Stuttgart-Ulm auf eine neue Spur gelenkt wird, mehrfach verzögerte, sind viele Verkehrsteilnehmer richtig sauer. „Dass wir immer wieder vertröstet wurden, hat viele einfach geärgert“, sagt die Wendlingerin Gisela Speidel. Das sieht auch Tobias Kriegeskotte aus Oberboihingen so. Gerade Berufspendler litten unter den Staus und unter den deutlich längeren Fahrzeiten. Dass das Regierungspräsidium Stuttgart nun Führungen über die Baustelle anbietet und so für mehr Transparenz bei dem Großprojekt sorgt, findet er gut.

Nachdem sich bei einer Informationsveranstaltung im Dezember etliche Bürgerinnen und Bürger sowie die Verwaltungschefs der betroffenen Kommunen über die lückenhafte Informationspolitik beschwert hatten, setzte das Regierungspräsidium nicht nur die Touren an. Regelmäßige Sprechstunden für die Betroffenen finden ab dem 27. Januar alle zwei Wochen statt. Montags von 13 bis 14 Uhr haben Anwohner aus Wendlingen und Oberboihingen dann im Baubüro in der Heinrich-Otto-Straße 60 am Otto-Areal in Wendlingen die Gelegenheit, sich über den Stand der Arbeiten zu informieren und Sorgen zu äußern. Dass zur Premiere der Baustellentouren so viele Interessenten gekommen sind, hat Projektmanager Jörn Brauner von der Firma Zetcon und seinen Kollegen allerdings überwältigt.

Die beiden Experten informierten die Teilnehmer bei einem ausführlichen, zweistündigen Rundgang auf der Baustelle beim Heinrich-Otto-Areal zwischen Wendlingen und Oberboihingen. Allerdings war es bei dem gro­ßen Andrang immer wieder schwierig, den Experten zu folgen. „Dass so großes Interesse besteht, freut uns“, sagte Bürgerreferentin Melin Güler vom Regierungspräsidium. Deshalb werde es auch weitere Termine für Touren über die Großbaustelle geben.

„Zum festgelegten Termin Ende April werden wir die Landesstraße wieder öffnen können“, versicherte Jörn Brauner. „Da müssen wir auch fertig sein, denn dann beginnen die Kollegen an der Landstraße nach Unterensingen mit dem Bau des Hochwasserschutzes“, sagte der Ingenieur. „Seitens der Straßenbauer gibt es keine Probleme mit dem jetzt anvisierten Termin für die Fertigstellung der Landesstraße.“ Allerdings erfordere ein weiterer Bauabschnitt der Bahn für die Neubaustrecke dann bereits im Mai eine erneute Sperrung. Die werde man dann nutzen, um kleinere Arbeiten an der L 1250 abzuschließen.

Seit Oktober 2018 laufen die Bauarbeiten der zweiten Hauptbauphase für die Verlegung der Landesstraße bei Wendlingen. „Die Arbeiten sind äußert komplex, da Bauwerke wie Stützwände, ein Trogbauwerk sowie eine Brücke über das bestehende Bahngleis östlich und westlich der Bahntrasse Nürtingen-Wendlingen unter laufendem Bahnbetrieb zu errichten sind“, listet Jörn Brauner die Herausforderung auf. Außerdem würden die Arbeiten vom sehr aufwendigen Grundwasserschutz in der Heinrich-Otto-Straße, auf der die Landesstraße L 1250 künftig verläuft, begleitet.

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