Zwischen Neckar und Alb

Platzhirsch verteidigt sein Revier

Nominierung Die CDU stimmt mit klarer Mehrheit für Markus Grübel als Bundestagskandidat im Wahlkreis Esslingen.

Ostfildern. Selten war eine Kandidaten-Nominierung für eine Bundestagswahl so spannend wie diese: 61 Delegierte hatten in Ostfildern die Wahl zwischen dem langjährigen Esslinger CDU-Bundestagsabgeordneten Markus Grübel (60) und seinem Herausforderer, dem Regional- und Stadtrat Tim Hauser (35). Bis zuletzt hatten Anhänger beider Lager ein Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet, doch als der Kreisvorsitzende Thaddäus Kunzmann das Wahlergebnis verkündete, zeigte sich Jubel bei den einen und Fassungslosigkeit bei den anderen: Mit 43 zu 18 Stimmen hatte sich Grübel deutlich gegen Hauser durchgesetzt.

Grübel will nun mit dem Blick auf die Bundestagswahl 2021 die Kräfte wieder bündeln: „Wir müssen die Reihen schließen und kraftvoll als eine CDU auftreten. Wir brauchen einen engagierten Wahlkampf und müssen zeigen, dass wir für Krisenzeiten die richtige Partei sind.“

Während die CDU die Kandidaten für den Bundes- und den Landtag sonst in Mitgliederversammlungen bestimmt, waren diesmal wegen der Corona-Beschränkungen Delegierte in den Ortsverbänden des Wahlkreises gewählt worden. „So etwas hatten wir noch nie, und ich hoffe, dass wir bald zur Normalität zurückkehren können“, sagte Kunzmann. Mit Blick auf die Dissonanzen im Vorfeld mahnte der Landtagsabgeordnete Andreas Deuschle, die Personalie einvernehmlich zu lösen: „Der politische Gegner sitzt nicht hier im Saal - er sitzt draußen. Wir können es uns nicht leisten, das Geschäft unserer politischen Gegner zu besorgen.“

Bewährtes oder frischer Wind?

Markus Grübel blickte auf 19 Jahre im Bundestag zurück. Christliche und ethische Werte benannte er als seinen Kompass, Gespräche mit den Menschen und ganz besonders mit der Jugend seien ihm wichtig. Für die kommenden Jahre sieht er viele wichtige Aufgaben der Bundespolitik: Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie dürften nicht dazu führen, „dass uns wichtige Säulen wegbrechen“, die innere und äußere Sicherheit verlange konsequentes Handeln: „Was in Stuttgart passiert ist, geht gar nicht.“

Tim Hauser empfahl sich als kämpferischer Kandidat, der auch mal unbequem sein könne, wenn er von etwas überzeugt sei. Er wolle dem Neuanfang, der in Berlin nach der Ära Merkel anstehe, „im Wahlkreis eine Stimme geben“.

Dass das Ergebnis für Grübel so deutlich ausfiel, kommentierte Thaddäus Kunzmann so: „Markus, du kannst dich auf die CDU verlassen. Und Tim ist jung genug, dass seine Zeit noch kommt.“ Grübel freute sich, dass er zuletzt „erfahren habe, wie viele Parteifreunde ich habe“. Alexander Maier

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