Zwischen Neckar und Alb

Polizei verhindert Facebook-Party

Feierverbot Nach einer ausufernden Feier auf der Esslinger Burg hat die Stadt Konsequenzen gezogen und Facebook-Partys im gesamten Stadtgebiet untersagt. Von Sebastian Großhans

Gut ein Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene sind am Freitagabend von der Esslinger Polizei aus dem Merkelpark verwiesen worden. Die Gruppe hatte sich dort trotz eines Verbots von sogenannten Facebook- oder Whats- App-Partys über soziale Medien verabredet. Die Stadt hatte das Verbot ausgesprochen, da bereits am vorherigen Wochenende ein nicht genehmigtes Fest auf der Esslinger Burg eskaliert war.

Erst tote Hose auf der Esslinger Burg, dann Platzverweise im Merkelpark: Nachdem am 15. Juni bereits eine Party mit 200 Gästen auf der Esslinger Burg aus dem Ruder gelaufen war - Müll und Vandalismus inklusive - war über soziale Medien für den vergangenen Freitag wieder zu einer Fete eingeladen worden. Zu dieser hatten sich online in kürzester Zeit wieder gut 200 Gäste angemeldet. Als Eigentümer der Burg untersagte die Stadt Esslingen die Veranstaltung und weitete das Verbot von Facebook- und WhatsApp-Partys auf das gesamte Stadtgebiet aus.

Während in den Parkanlagen rund um die Burg munter Boule gespielt wurde und Besucher die letzten Sonnenstrahlen genossen, kontrollierte die Polizei das Verbot mit einem guten Dutzend Beamten und zwei Diensthunden. Dass das Verbot über diverse Kanäle bekannt gemacht worden war, zeigte Wirkung: Auf der Burg trudelten nur kleinere Grüppchen Jugendlicher und junger Erwachsenen ein und wurden gleich von der Polizei empfangen. „Wir kommunizieren das ja auch in den Medien, die die nutzen“, sagte Einsatzleiter Rainer Trettel über die Partygäste. Die Lage blieb ruhig, Grüppchen, die für die Party gekommen waren, zerstreuten sich wieder.

Ganz war die Fete jedoch nicht abgesagt worden. Die Partyhungrigen versuchten, auf den Merkelpark auszuweichen. Von Jugendlichen auf der Burg hatte Einsatzleiter Trettel den Tipp dazu bekommen und schickte ein paar Kräfte zur Überprüfung in den Park. Dort hielten sich zu der Zeit zwei größere Gruppen auf. „Das regt mich voll auf“, sagte einer von der Gruppe am östlichen Parkeingang, „wir sind immer hier, und wegen denen von der WhatsApp-Party werden wir jetzt kontrolliert.“ Der junge Mann sei zwar auch zu der Feier zur Burg eingeladen worden, er und seine Freunde seien aber nicht mit diesen in den Park ausgewichen. Das hatte die Gruppe wohl auch den Beamten glaubhaft machen können. „Die Polizei hat ganz normal mit uns geredet“, sagte er, sie haben die Einsatzkräfte dann in Richtung der zweiten Gruppe gewiesen.

Feiernde ziehen weiter

Mitten im Park fand die Polizei die Feiernden: Mehr als ein Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene mit mitgebrachten Getränken. Starke Polizeipräsenz und das deeskalierende Auftreten der Einsatzkräfte sorgten wohl dafür, dass die Lage ruhig blieb. Und dass die Partygänger am frühen Abend „noch relativ ansprechbar und nicht zu sehr alkoholisiert waren“, so Trettel. „Sie sind wenig einsichtig“, sagte der Einsatzleiter. Nachdem die Polizei ihre Personalien aufgenommen hatte, zogen die Partygäste davon. „Wir haben einen anderen Standort. Diesmal außerhalb von Esslingen“, sagte einer der Feiernden und nickte dann Richtung Polizei, „dann können die uns nichts.“ Die Streifen blieben unterdessen noch eine Weile. „Wir haben jetzt erst einmal die Personalien aufgenommen und das Verbot erklärt. Erst wenn wir wieder jemand von ihnen hier antreffen würden, folgen Sanktionen.“

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