Zwischen Neckar und Alb

Präsenz und Bürgernähe

Die Stadt Esslingen sucht für ihren Kommunalen Ordnungsdienst freiwillige Helfer – Bewerben dürfen sich nur Esslinger

Bei den Freiwilligen im KOD ist die Kleidung mittlerweile komplett einheitlich. Archiv-Foto: Peter Dietrich
Bei den Freiwilligen im KOD ist die Kleidung mittlerweile komplett einheitlich. Archiv-Foto: Peter Dietrich

Esslingen. Die Stadtverwaltung in Esslingen spricht von einem Erfolgsprojekt. Das Engagement Freiwilliger im Kommunalen Ordnungs-

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dienst hat laut einer Mitteilung geholfen, die Sicherheit in Esslingen zu erhöhen. Nun sind wieder Freiwillige gesucht.

Historie: 2012 entschied sich die Stadt Esslingen, mehr gegen die zunehmenden Ordnungsstörungen zu unternehmen. Vor allem in der Innenstadt hatten immer mehr nächtliche Ruhestörungen, alkoholbedingte Belästigungen, Veranstaltungen oder unrechtmäßiges Parken für steigendes Ungemach gesorgt. Daher schuf die Verwaltung das „Forum Öffentliche Ordnung“ und ein Konzept, um die Störungen zu verringern. Im Zuge dessen baute sie den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) sowie den Verkehrsordnungsdienst personell aus und entwickelte dabei auch den Freiwilligen Kommunalen Ordnungsdienst. Im Juli 2012 nahmen neun ausgebildete ehrenamtliche Ordnungshelfer ihren Dienst auf und unterstützten die Hauptamtlichen des Kommunalen Ordnungsdienstes bei den nächtlichen Wochenendschichten von Mai bis September. Im vergangenen Jahr engagierten sich noch sechs Ehrenamtliche, die zudem während des Mittelalter- und Weihnachtsmarktes aushalfen. Bisher haben sich für dieses Jahr vier Freiwillige bereit erklärt, ihren Dienst fortzusetzen.

Wirkung: „Gemeinsam mit dem Freiwilligen Kommunalen Ordnungsdienst gelingt es, ordnungsrechtlich brisante Tages- und Nachtzeiten abzudecken und so wesentlich zur Ordnung und Sicherheit in der Stadt beizutragen“, schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung. Laut dem Ordnungsbürgermeister Markus Raab werde das freiwillige Engagement von den Einwohnern positiv wahrgenommen. Insgesamt habe die regelmäßige Präsenz des Kommunalen Ordnungsdienstes „an den Brennpunkten zu einer Verbesserung der Lage geführt“. Markus Raab hebt die Reduktion der Vandalismusschäden hervor und verweist auf die Kriminalstatistik. Zwischen 2004 und 2014 gingen die Sachbeschädigungen in Esslingen um 28,7 Prozent zurück, auch die Straßenkriminalität nahm ab (14,9 Prozent).

Suche: Um ihr Konzept weiter fortführen zu können, ist die Stadt auf der Suche nach weiteren freiwilligen Helfern. „Es muss jetzt darum gehen, das bisher Erreichte zu konsolidieren.“, schreibt sie und wirbt dafür bei der Bevölkerung. Sie geht konkret auf Ehrenamtliche zu. Präsenz und Bürgernähe: Dafür stehen die freiwilligen Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, die im Ehrenamt das Hauptamt unterstützen. Von Mai bis September sowie zur Zeit des Mittelalter- und Weihnachtsmarktes erfolgen in der Innenstadt und in den Stadtteilen am Wochenende Nachtkontrollen. Zwei freiwillige Mitarbeiter sind in der Regel immer mit zwei Hauptamtlichen unterwegs, jeweils von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag zwischen 21 und 2 Uhr. Die Verwaltung freut sich über neue Kräfte und wünscht sich dabei einen höheren Anteil an Migranten. Bewerbungen sind lediglich für Esslinger Bürger möglich.

Profil: Über folgende Eigenschaften sollten Interessierte laut der Verwaltung verfügen: hohe soziale Kompetenz; Belastbarkeit und Selbstkont­rolle; Zuverlässigkeit, Selbstständigkeit und Teamfähigkeit; körperliche und psychische Eignung; Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeit und Einsatzbereitschaft; Führerschein; Bereitschaft zur Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen; beanstandungsfreies, erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Die Ehrenamtlichen erhalten eine Aufwandsentschädigung, diese beträgt acht Euro pro Stunde und ist steuerfrei.

Zahlen: Der Kommunale Ordnungsdienst war 2012 für 999 Kontrollen unterwegs, ein Jahr später waren es 923. Im Jahr 2014 ist die Anzahl auf 1 534 gestiegen, und im vergangenen Jahr nahm der Dienst 2 966 Kontrollen vor. Um dies zu leisten, wurden laut der Stadtverwaltung der Dienstplan ausgeweitet und das Personal aufgestockt: „Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass die Entscheidung richtig war, um den anspruchsvollen Dienstplan an allen sieben Wochentagen über das gesamte Jahr dauerhaft zuverlässig und qualitativ hochwertig erfüllen zu können.“