Zwischen Neckar und Alb

„Preisend mit viel schönen Reden“

Jubiläum Die inoffizielle württembergische Hymne wird 200 Jahre alt. Gefeiert wird mit einem Chortag auf dem Hohenneuffen.

Mystisch: Die Burg Hohenneuffen erhebt sich aus dem Nebelmeer.
Chortag auf dem Hohenneuffen

Neuffen. Es ist wohl das berühmteste Gedicht von Justinus Kerner: Die inoffizielle württembergische Hymne „Preisend mit viel schönen Reden“ feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum. 1818 entstanden, spiegelt die Ballade den Stolz der Württemberger auf die eigene Geschichte. Als Lied hatte Kerners Gedicht noch mehr Erfolg: Über Generationen gehörte es zum festen Repertoire aller schwäbischen Chöre: Für die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg ist das der Anlass, die Chöre der Region am 30. September von 11 bis 17 Uhr zum Singen auf den Hohenneuffen einzuladen: Interessierte Chöre, die sich bei den Staatlichen Schlössern und Gärten melden, können am 30. September an diesem besonderen Ort singen. Voraussetzung für den Auftritt: In ihrem Programm muss einmal die „Württemberg-Hymne“ vorkommen. Eine Melodie zur Hymne gibt es seit 1823, wobei der Komponist unbekannt ist. Am auffälligsten an der Melodie ist der Anklang der französischen „Marseillaise“: „Allons, enfants de la Patrie . . .“ in der letzten Zeile der Strophen.

Erwartet wird ein maximal 20-minütiges Programm, das die Chöre selbst aus ihrem Repertoire zusammenstellen können.

„Der reichste Fürst“ - so der eigentliche Titel der Ballade von Justinus Kerner - war der württembergische Herrscher Eberhard im Bart. 1477 gründete er die erste Universität des Landes in Tübingen. Eberhard im Bart glückte es, die seit Langem geteilte Grafschaft Württemberg wieder zu vereinigen. Der größte Erfolg für Eberhard V. war es, als Kaiser Maximilian ihn 1495 auf dem Reichstag zu Worms zum Herzog erhob - und das kleine Württemberg zum Herzogtum. Wovon erzählt Kerners Gedicht? Die Fürsten des Reiches rühmen sich beim Reichstag in Worms mit ihren Schätzen. Eberhard im Bart aber bekennt bescheiden, der Herrscher eines eigentlich armen Landes zu sein und doch zugleich der reichste aller Fürsten, denn: „Ich mein Haupt kann kühnlich legen / Jedem Untertan in Schoß“. pm

1 Chöre, die Lust haben, mitzumachen, können sich über das Internetportal der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg anmelden unter www.festungsruine-hohenneuffen.de oder direkt per Mail an presseservice@schloesser-und-gaerten.de

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