Zwischen Neckar und Alb

Pumpen macht das Leben leicht

ADFC gibt Tipps für den Start in die neue Fahrradsaison – Duschhaube für Helm und Sattel

Vier Radexperten des ADFC - Thomas Rumpf, Sven Wolf, Bernd Krämer und Mathias Rady (von links) - zeigen, was man für die Fahrrad
Vier Radexperten des ADFC - Thomas Rumpf, Sven Wolf, Bernd Krämer und Mathias Rady (von links) - zeigen, was man für die Fahrradwartung braucht. Als da wären: Lumpen, Spray oder Öl, Multifunktionswerkzeug und eine Standpumpe mit Druckanzeige. Foto: Peter Dietrich

Kreis Esslingen. Im Frühjahr das Fahrrad aus dem Keller oder der Garage holen? „Im Prinzip kann man

das ganze Jahr Rad fahren“, widerspricht Thomas Rumpf, Kreisvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Immer mehr Leute täten das auch. Aber klar, jetzt mache es mehr Spaß. Wenn der ­Zustand des Fahrrads stimmt. Damit das so ist, gibt Rumpf einige Tipps.

„Zuerst einmal ordentlich putzen“, rät Rumpf. Aber bloß nicht mit dem Hochdruckreiniger. Dann könne Wasser in die Lager eindringen. Also mit Lappen oder Schwamm, Wasser und Spülmittel putzen. Danach gelte der erste kritische Blick den Mänteln: Haben sie noch genügend Profil? Haben sie größere Risse? Die entstehen durch Alterung, UV-Strahlung und das Fahren mit zu wenig Luft. „Man macht sich das Leben leicht, wenn man genügend aufpumpt“, sagt Rumpf. Je höher der Druck, desto leichter rolle das Rad, desto weniger werde eine Bordsteinkante zur Gefahr. „Die Gefahr, dass ein Schlauch beim Aufpumpen platzt, ist gering.“

Wie stark aufgepumpt werden soll, steht seitlich auf dem Mantel, als „von-bis“-Angabe. Zur Not helfe die Kontrolle mit dem Daumen, der Mantel dürfe sich nur ganz leicht eindrücken lassen, sagt Rumpf. Er hat eine Standpumpe mit Druckanzeige im Einsatz, die ist natürlich genauer.

Bei geringem Profil steigt das Risiko eines Plattens. Rumpfs Tipp: Wer ein bisschen mehr ausgibt, kann sich Reifen mit Pannenschutz kaufen, „das lohnt sich“. Wurstförmige Schläuche mit zwei Enden erlauben den Schlauchtausch ohne Radausbau. Vorher solle man den Mantel absuchen, ob noch ein Fremdkörper drinsteckt. Drückt man zwei benachbarte Speichen mit Daumen und Zeigefinger sanft zusammen, sollte die Spannung überall gleichmäßig sein. Ist das nicht der Fall oder hat die Felge einen Schlag, also läuft ein Rad nicht rund, ist das meist ein Fall für den Fachmann. Ebenso, wenn eine Nabe oder das Tretlager Spiel haben.

Rumpf rät dazu, alle Schrauben bei Bedarf anzuziehen. Aber nicht zu stark. Die Kette bekommt nach der Reinigung mit einem Tuch Kettenöl oder Kettenfett. Wer sich nicht sicher ist, ob die Kette noch gut ist, kann den Händler fragen, er hat ein spezielles Messgerät. Wer die Kette zu lange nicht wechselt, ruiniert seine Zahnräder, dann wird es teurer.

Auch wer nur tagsüber fahren will, muss seine Beleuchtung prüfen. „Eventuell mit Kontaktspray nachhelfen“, sagt Rumpf. „Und auch nachsehen, ob das Rad die vorgeschriebenen Reflektoren hat und diese sauber sind.“ Ganz wichtig sind die Bremsen. Die Bremszüge sollten leichtgängig sein, eventuell geölt werden, und sie dürfen nicht ausgefranst sein. „Sind bei den Bremsgummis die Querrillen nicht mehr deutlich zu sehen, sollte man sie austauschen. Die Bremshebel sollten auch beim vollen Bremsen noch einen Fingerbreit Platz haben.“ Mit der Schaltung sollten sich alle Zahnkränze erreichen lassen, sie sollte leicht zu betätigen sein, die Kette nirgendwo schleifen. Die Schaltzüge kann man wie die Bremszüge etwas ölen.

Bleibt noch der Steuersatz. Das sind die beiden Lager, in dem sich das Vorderrad dreht. Er darf kein Spiel haben. Ob er solches hat, merkt der Radfahrer, wenn er sein Rad bei angezogener Vorderradbremse vor- und zurückschiebt und zugleich die untere Lagerschale festhält. Ruckt es? Dann muss nachjustiert werden.

Rumpf empfiehlt auch einen kritischen Blick auf den Helm. Er sollte nach etwa fünf Jahren ersetzt werden und dürfe nicht zu locker sitzen. Als Ausrüstung rät er zu Pumpe, Multifunktionswerkzeug, Ersatzschlauch, Regenschutz und Duschhaube. Duschhaube? „Bei Regen für den Helm, und mit ihr kann man auch den Sattel schützen.“

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