Zwischen Neckar und Alb

Rechnen, programmieren, forschen

Schule Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen vergibt einen der deutschlandweit am höchsten dotierten Bildungspreise für mathematisch-naturwissenschaftliche Projekte. Von Roland Kurz

Lehrer und Schüler posieren stolz bei der Preisverleihung des Bildungspreises im Esslinger Landratsamt. Die Grundschule Holzmade
Lehrer und Schüler posieren stolz bei der Preisverleihung des Bildungspreises im Esslinger Landratsamt. Die Grundschule Holzmaden erhielt 3¿000 Euro für den Papierfliegertag, den die Schüler eigenständig organisierten.Foto: Roberto Bulgrin

Er ist einer der am höchsten dotierten Bildungspreise Deutschlands: 60 000 Euro hat die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen im Wettbewerb „Frischer Wind durch MINT“ an 18 Schulprojekte aus dem Kreis Esslingen verteilt. Belohnt wurden Einrichtungen, die erste Erfahrungen im Programmieren ermöglichen, die Experimentier-Tage veranstalten, Begegnungen mit der Wirtschaft in die Wege leiten oder einfach Mathematik mit Spaß kombiniert haben.

MINT, das sind die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Sie sind nicht unbedingt die beliebtesten bei den Schülern, aber in einer technologiestarken Region absolut notwendig. Die Kreissparkasse habe in der Hochschul- und Ingenieurstadt Esslingen bewusst das Thema „Frischer Wind durch MINT“ gesetzt, sagte der KSK-Vorstandsvorsitzende Burkhard Wittmacher bei der Feierstunde im Esslinger Landratsamt, wo an diesem Abend Lehrer und Schüler den großen Sitzungssaal gefüllt hatten. Studien und Unternehmen sehen bei den MINT-Gebieten einen hohen Nachholbedarf und fordern deshalb eine frühzeitige Förderung in diesen „wesentlichen Kernkompetenzen“. Den Schülern gab Wittmacher einen kleinen Wink: Schlechte Mathe-Noten seien für die Einstellung bei der Kreissparkasse keine gute Empfehlung.

Seit 2008 engagiert sich die Bildungsstiftung im Landkreis; der Wettbewerb ist ihr Herzstück. 22 Bewerbungen wurden dieses Mal eingereicht, die Jury hat 18 Preise verteilt. Drei Mal gab es je 1 000 Euro als Anerkennung, zehn Projekte wurden „preiswürdig“ eingestuft und erhielten je 3 000 Euro. Fünf Projekte landeten in der höchsten Stufe „besonders preiswürdig“, die mit je 5 000 Euro dotiert ist.

Schüler nachhaltig aktivieren

Moderiert wurde der Abend von SWR-Redakteurin Martina Klein, die sich von der Jury die Kriterien erläutern ließ. Punkte gab es für pädagogisch innovative Projekte, die Schüler aktivieren und nachhaltig wirken. Sie müssen deutlich übers Pflichtprogramm hinausgehen.

Wenn Grundschüler in Holzmaden einen Papierfliegertag selbstständig organisieren und sich in Aerodynamik einarbeiten, dann ist das allemal 3 000 Euro wert. Ebenso viel gab es für die Lindenschule Ostfildern. Die Drittklässler präsentierten stolz ihre Automodelle, die sie zusammen mit den Lehrlingen der Firma Gehring hergestellt haben.

Die Breitwiesenschule Hochdorf hat schon vor Jahren ein umfassendes MINT-Konzept aufgestellt. Für ihren Familien-Abend „Mathasia“, an dem bis zu 400 Eltern, Großeltern und andere Verwandte mit den Kindern rechnen, erhielt sie einen der begehrten 5 000-Euro-Preise.

Der Welt von Technik und Zahlen nähern sich im Kindergarten Großbettlingen schon die Kleinen. Ihre Utensilien: Forscherheft, Schatzkiste und Akkuschrauber. Auch für dieses Projekt gab es 5 000 Euro.

Am anderen Ende der Bildungspyramide bemühten sich die Hochschule und die Volkshochschule Esslingen darum, die Liebe zu Experimenten und zur Informatik zu wecken. Auch diese beiden Projekte wurden mit je 3 000 Euro dotiert.

1 Informationen zum Bildungspreis gibt es im Netz unter www.bildungsstiftung-es.de

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