Zwischen Neckar und Alb

Ressourcen schonen mit roter Tonne

Recycling Der Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen bietet auf seinen Wertstoff-Sammelstellen eine Möglichkeit zur Entsorgung von Druckerpatronen an. Von Uwe Gottwald

Tonerkartuschen und Druckerpatronen können bald auf allen Wertstoff-Sammelstellen in die Rote Tonne gegeben werden.Foto: Jürgen
Tonerkartuschen und Druckerpatronen können bald auf allen Wertstoff-Sammelstellen in die Rote Tonne gegeben werden.Foto: Jürgen Holzwarth

Tonerkartuschen und Patronen für Kopierer und Drucker gehören nicht in den Hausmüll. Händler und Hersteller müssen sie zurücknehmen, doch manchem Verbraucher ist es zu umständlich, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen (AWB) bietet mit seinen Wertstoff-Sammelstellen nun eine Alternative. Der AWB als hundertprozentiger Eigenbetrieb des Landkreises Esslingen greift damit eine Initiative der Kreistagsfraktion der Grünen auf.

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Die Fraktion verwies auf das Beispiel anderer Landkreise und Kommunen, die mit einem vor allem in Süddeutschland tätigen Unternehmen zusammenarbeiten. Die Firma namens „CR Solutions“ ist nun mit ihrer Roten Tonne auch auf den acht Elektroschrott-Sammelstellen des AWB präsent, im Laufe des Frühjahrs sollen weitere Sammelbehältnisse für die leeren Farbtanks für Drucker sowie Kopier- und Faxgeräte auf allen Recyclinghöfen des AWB aufgestellt werden.

Toner ist feiner Farbstaub und ähnlich wie Tinte fließfähig. Reste verbleiben immer in den Kartuschen und gelten gesundheitlich keinesfalls als unbedenklich. Schon deshalb ist eine sachgerechte Entsorgung notwendig. Darüber hinaus schont sie aber auch Ressourcen und damit die Umwelt. Deshalb sind mittlerweile zahlreiche Recycler unterwegs. Die Herstellung der Kunststoffgehäuse für Patronen und Kartuschen kostet Rohstoffe, für eine Druckerpatrone zum Beispiel rund drei Liter Rohöl. Daneben sind wertvolle Metalle verbaut. Schätzungen zufolge landen jedoch über 100 Millionen Stück jährlich in den Müllverbrennungsanlagen, obwohl es Möglichkeiten des Recyclings gibt. Eine Möglichkeit ist es, die Patronen und Kartuschen wiederzuverwenden. Spezialisierte Firmen sortieren, reinigen und befüllen Patronen neu, bei Kartuschen können die beweglichen Teile durch neue ersetzt werden, bevor sie wiederbefüllt werden. So helfen auch diejenigen mit, die Umwelt zu entlasten, die auf solche recycelten Produkte zurückgreifen. Und in der Regel sind diese auch günstiger im Handel zu erstehen.

„CR Solutions“ hat sich auf das Einsammeln spezialisiert. Mit Partnerfirmen werden die Patronen und Kartuschen aufbereitet, was laut Florian Werthmann, Prokurist der Firma, zu rund 55 Prozent möglich sei. Aber auch beschädigte oder aus anderen Gründen nicht mehr wiederverwendbare Behältnisse haben noch einen Wert. Sie werden fein zerkleinert, Metalle, und zum Teil auch Kunststoffe, können zurückgewonnen und wieder der Produktion zugeführt werden. Bei einem Blick ins Internet finden sich zahlreiche Firmen, die anbieten, Patronen und Kartuschen gegen Bezahlung in der Regel über den Postweg entgegenzunehmen. Allerdings gehen einige auch selektiv vor und vergüten nur Produkte bestimmter Hersteller oder verweigern eine Vergütung bei Beschädigungen. In die Rote Tonne dagegen kann alles abgegeben werden. Und Werthmann betont auch: „Als zertifizierter Betrieb garantieren wir für die gesetzlich verlangte Wiederverwendbarkeit beziehungsweise für die Wiederverwertung durch unsere Partner, die auf diesem Sektor tätig sind.“

So lande laut Angaben der Firma nur eine geringe Restmenge an Abfällen in der Müllverbrennung. Das neue, kostenlose Angebot des Abfallwirtschaftsbetriebs Esslingen ist ein Service für alle, die auf einfachem Weg entsorgen wollen. Wer künftig ohnehin unterwegs zu einer Wertstoffsammelstelle ist, um zum Beispiel Kartons, Metallschrott oder andere sperrige Wertstoffe abzugeben, kann nun auch gleich seine Patronen und Kartuschen umweltbewusst loswerden.