Zwischen Neckar und Alb

Sanierung der Säer-Sporthalle steht an

Flüchtlinge Zeitweilige Notunterkunft muss saniert werden – Keine größeren Schäden durch Vandalismus

Thomas Eberhard (links) und Clemens Erath vom Landratsamt begutachten den Sporthallenboden. Foto: Jürgen Holzwarth
Thomas Eberhard (links) und Clemens Erath vom Landratsamt begutachten den Sporthallenboden. Foto: Jürgen Holzwarth

Nürtingen. Die letzten Flüchtlinge haben die Turnhalle auf dem Nürtinger Säer verlassen. Ob die Halle noch vor dem neuen Schuljahr für den Sport zur Verfügung steht, vermag man beim Landratsamt noch nicht abzuschätzen.

„Im Moment wird der Sanierungsaufwand erhoben“, so Landratsamts-Sprecher Peter Keck. Während des Besichtigungstermins mit Thomas Eberhard, dem Leiter des Dezernats für Infrastruktur im Landratsamt, werden vor der Halle die letzten Versorgungscontainer auf Laster geladen. Beim Rundgang durch die Sporthalle zeigt der Bodenbelag die deutlichsten Spuren von Abnutzung. Die Linien für die verschiedenen Sportfelder sind teils nicht mehr durchgängig, der Belag selbst weist deutliche Kratzer auf und ist stumpf geworden.

„Wenn sich 270 Leute rund ein Jahr lang auf engem Raum aufhalten, ist das nicht verwunderlich“, so Dezernent Eberhard. Straßenschuhe hinterlassen Spuren, zumal im Winter. Problematisch sind jedoch auch Druck- und Schürfstellen von Bettfüßen, Regalen und Tischen. So könnte nicht nur der Oberflächenbelag in Mitleidenschaft gezogen worden sein, sondern auch der Aufbau des Sportbodens mit seinen abfedernden Eigenschaften, die im Hallensport gefragt sind. Dann könnte es aufwendiger werden. Das müsse jetzt jedoch erst untersucht werden, gibt Eberhards Mitarbeiter Clemens Erath zu bedenken.

Auch deshalb sei es schwierig, einen Termin zu nennen, wann die Halle wieder ihrer eigentlichen Bestimmung für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung steht. Den von Pressesprecher Keck genannten Termin zu Beginn des Schuljahrs 2017/18 werde man halten können, so Eberhard. Jeder Tag früher sei natürlich besser. Den Boden vor der Belegung zu sichern, sei in der Kürze der Zeit nicht möglich gewesen. „Wir waren in einer absoluten Notsituation, die Zeit drängte“, so Keck. In Kirchheim zum Beispiel, wo ebenfalls Flüchtlinge in einer kreiseigenen Schulsporthalle unterkamen, seien die Flüchtlinge vor den bestellten Betten angekommen.

Erneuert werden auf dem Säer auch sanitäre Anlagen wie Waschbecken und Armaturen für Duschen. Die seien allerdings ohnehin in die Jahre gekommen, so Eberhards Hinweis auf die rund 40 Jahre auf dem Buckel der Säer-Turnhalle. Auch die Holzverkleidung in der Halle hat Kratzer abbekommen.

Spuren von größeren, mutwilligen Beschädigungen kann Eberhard jedoch weder im Sanitärbereich noch in der Halle selbst ausmachen. „Das sind die zu erwartenden Folgen einer intensiven Nutzung in einer Art, für die eine solche Halle nicht ausgelegt ist.“ Schließlich habe es sich um eine Notunterkunft gehandelt. Zu den anstehenden Kosten konnte Thomas Eberhard noch keine Aussagen machen.Uwe Gottwald

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