Zwischen Neckar und Alb

„Schlag ins Gesicht“ für die Belegschaft von Balluff in Neuhausen

Die Belegschaft stemmt sich gegen die Verlagerungspläne. Foto: Ines Rudel
Die Belegschaft stemmt sich gegen die Verlagerungspläne. Foto: Ines Rudel

Neuhausen. Das Traditionsunternehmen Balluff will am Standort Neuhausen fast 240 Arbeitsplätze streichen. Das ist fast jede vierte Stelle an diesem Standort. Die Fertigung soll nach Ungarn und China verlagert werden, weil die Produktion dort billiger ist. Vor zwei Jahren hatte Balluff angekündigt, die Kapazitäten am Standort Neuhausen auszubauen auf rund 1250 Arbeiter. Jetzt aber sollen weltweit sogar 400 Stellen wegfallen.

Für viele der Mitarbeiter bedeutet das Sorge um die eigene Existenz. Viele Mitarbeiter sind über 50 und damit auf dem Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln. Jüngere Mitarbeiter haben ihre Lebensplanung auf ihren Arbeitsplatz aufgebaut. Azubis haben dort nun gar keine Perspektive mehr.

Gerade jetzt, wenn der Arbeitsmarkt durch die Corona-Krise belastet ist, ist diese Entscheidung für alle unverständlich. Die Gewerkschaft IG Metall hofft darauf, zumindest ein paar Arbeitsplätze retten zu können, da viele Lieferketten aus dem Ausland wegen der Corona-Pandemie abgebrochen sind.

Mit einer großen Demonstration durch Neuhausen drückten die Arbeiter ihren Unmut aus. Nachdem sie viele Jahre bei Balluff gearbeitet haben, sollen sie nun gegen billigere Kräfte ausgetauscht werden. Es ist ein „Schlag ins Gesicht“ für loyale Mitarbeiter, die nun um ihre Existenz kämpfen müssen.

Mit Bannern, unter den Augen vieler Bewohner, zogen die Demonstranten durch den Ort. Auf dem Schlossplatz versammelten sich die Frauen und Männer, um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen. „Loyalität ist keine Einbahnstraße“ stand auf einem der Banner. Damit kam zum Ausdruck: Viele Mitarbeiter fühlen sich zwar immer noch als Teil der Balluff-Familie, gleichzeitig aber auch vom Unternehmen hintergangen. pm

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