Zwischen Neckar und Alb

Schotter für die neuen Pfade

Förderung Das Land bezuschusst neue Wanderwege auf der Mittleren Alb. Die frohe Kunde überbrachte Minister Guido Wolf gestern in Hülben. Von Jürgen Gerrmann

Eitel Sonnenschein herrschte gestern trotz Regens: Minister Guido Wolf (links) bestätigte gestern den Landeszuschuss für die neu
Eitel Sonnenschein herrschte gestern trotz Regens: Minister Guido Wolf (links) bestätigte gestern den Landeszuschuss für die neue Wanderwegkonzeption. Die Landräte Thomas Reumann (Mitte) und Heinz Eininger strahlen um die Wette. Foto: Jürgen Gerrmann

Seltsam, im Nebel zu wandern“ - so wie im berühmten Gedicht von Hermann Hesse erging es gestern Tourismusminister Guido Wolf und etlichen Prominenten. Ihr Treffpunkt, die berühmte Brille beim Burrenhof, war nicht zu erkennen. Aber letztlich fanden doch alle hin und hatten den Durchblick: Das Land fördert die neue Wanderweg-Konzeption für die Mittlere Alb. Und zwar nicht nur symbolisch, sondern mit einer erklecklichen Summe: Immerhin 228 000 von 456 000 Euro stammen aus dem Landes-Säckel.

Kein Wunder, dass der Reutlinger Landrat Thomas Reumann von einem „wichtigen Tag“ und einem „dicken Ausrufezeichen“ für das Biosphärengebiet und die Wanderregion und deren Zukunftsfähigkeit sprach. Dieser Erfolg sei aber auch ein „Ausdruck einer starken Mannschaftsleistung“. Albverein, Biosphärengebiet, Städte, Gemeinden, Landkreise und viele mehr hätten dazu beigetragen.

Wandern bediene die Sehnsucht der Menschen, es sei beeindruckend, diese Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur zu spüren. Und daher wolle man nun auch die schon jetzt guten Wege in der Region weiterentwickeln.

Gute Wanderwege müssten erlebnisreich und hervorragend ausgestattet sein, aber auch zu Orten zum Genießen führen - so lautet die Überzeugung von Reumanns Esslinger Kollegen Heinz Eininger. Aber auch auf Nachhaltigkeit komme es an. Gerade im Ballungsraum sei aber auch eine Besucherlenkung sehr wichtig: Schon seit Jahren biete man daher am Albtrauf Rad- und Wanderbusse an, die Teil einer hervorragenden Infrastruktur seien. Bei der neuen Wanderkonzeption setze man „im Kern auf das Netz des Albvereins“ und wolle damit für die Orte in der Tourismus-Region „vermarktbare Impulse“ setzen: „Die Förderung gibt einen enormen Schub für die Tourismus-Destination Schwäbische Alb.“

Gemeinsam mit den Förstern und anderen wolle man nun die optimalen Bedingungen für Zeitgenossen schaffen, die gern auf Schusters Rappen unterwegs sind. Wenn die Wertschöpfungskette im Tourismus an und auf der Alb weiterentwickelt werden könne, sei das Geld vom Land und der Partner vor Ort letztlich gut angelegt.

„Was hier zustande gekommen ist, ist schon etwas Besonderes“, lobte da auch der Minister. Nicht zuletzt wegen der Gemeinsamkeit, die hier zum Ausdruck komme: „Der Tourismus leidet leider oft unter Kirchturmdenken.“ Der Gast aber kümmere sich nicht um irgendwelche Gemeindegrenzen.

Die knappe halbe Million für das neue Konzept solle für Beschilderung, Zertifizierung und Möblierung von Wegen eingesetzt werden. Das werde sich ­gewiss lohnen: „Wandern gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten und hat regelrecht Konjunktur.“

In diesem Jahr habe das Land seinen Etat für Tourismus-Förderung um zwei auf jetzt sieben Millionen Euro erhöht. Damit wolle man nicht zuletzt die Aktivitäten der Kommunen unterstützen. Der Tourismus im Ländle sei eine Erfolgsgeschichte, von der viele profitierten - mittlerweile arbeiteten dort mehr Menschen als im Fahrzeugbau: „Und das sind Arbeitsplätze, die man nicht verlagern kann. Daraus kann noch mehr werden. Und darum wollen wir uns bemühen.“ Das miese Wetter gestern focht ihn übrigens nicht an: „Bei Sonnenschein kann schließlich jeder wandern.“

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