Zwischen Neckar und Alb

Schwäbische Bauten im Blick

Kultur Nadja Lang zieht als dritte Hochwacht-Stipendiatin in die Räume der Esslinger Burg ein, um dort zu forschen.

Nadja Lang. Foto: pr
Nadja Lang. Foto: pr

Esslingen. In diesem Monat hat mit Nadja Lang die dritte Esslinger Hochwacht-Stipendiatin das Wohn- und Arbeitsdomizil auf der Esslinger Burg bezogen. Im Zuge ihres Forschungsprojekts wird sie die Sakralarchitektur in Südwestdeutschland, insbesondere die schwäbischen Bauten aus dem späten 13. und frühen 14. Jahrhundert, in den Blick nehmen.

Der Umzug der Wissenschaftlerin aus Heidelberg findet umständehalber weitgehend kontaktlos statt. Auch die offizielle Begrüßung in der Stadt durch Oberbürgermeister Zieger wird nicht erfolgen können. „Die aktuelle Situation stellt uns in allen Bereichen vor neue Herausforderungen, davon ist auch das Hochwacht-Stipendium nicht ausgenommen“, sagt Kulturamtsleiterin Alexa Heyder. Damit die Stipendiatin dennoch reibungslos in ihre Esslinger Zeit starten kann, schnürt die Kulturverwaltung ein kleines Willkommenspaket und ist mit ihr in engem Austausch. „Ein fast persönliches Kennenlernen mit einigen wichtigen Akteuren werden wir in Kürze als Online-Konferenz nachholen“, so Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar.

Inhaltlich wird die Forscherin durch das Landesamt für Denkmalpflege und durch städtischen Einrichtungen begleitet. Wenn Nadja Lang ihr halbjähriges Stipendium antritt, kann sie Stadtbücherei und Stadtarchiv nur eingeschränkt nutzen, sodass die ersten Wochen der Forschungsarbeiten von Internetrecherchen geprägt sein werden.

In Kulturszene eingebunden

Während der Laufzeit des Hochwacht-Stipendiums wird Lang in die Kulturszene Esslingens eingebunden und erhält die Möglichkeit, den Arbeitsfortschritt sowie das abgeschlossene Forschungsprojekt zu präsentieren. Die Stipendiatin wünscht sich jedenfalls, nicht nur „im stillen Kämmerlein“ zu arbeiten: „Ich möchte mir nicht nur ein Bild von der Esslinger Architektur machen, sondern auch mit den Menschen in Kontakt kommen.“

Mit dem Hochwacht-Stipendium zu bauhistorischer Forschung, konzipiert von Kulturamt und Zukunftsstiftung Heinz Weiler, hat die Stadt Esslingen ein deutschlandweites Alleinstellungsmerkmal. Es richtet sich an den wissenschaftlichen Nachwuchs aus den Bereichen Architektur- oder Kunstgeschichte, Bauforschung, Denkmalpflege, Restaurierung, Mittelalterarchäologie und Landschaftsarchitektur. Nadja Lang erhält mit dem Stipendium von Mai bis Oktober ein Wohn- und Arbeitsdomizil in der Esslinger Burg, um dort konzentriert forschen zu können. Neben der Nutzung der Esslinger Hochwacht umfasst das Stipendium einen Zuschuss von 1 500 Euro monatlich. pm

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