Zwischen Neckar und Alb

Seenland schließt alte Narben

Delegation des Landkreises Esslingen feiert Eröffnung des Zwenkauer Sees mit

Wo einst Bagger riesige Krater hinterließen und Braunkohle die Luft verpestete, locken jetzt türkisfarbene Seen Erholungssuchende. Vertreter des Landkreises Esslingen waren drei Tage lang im Partnerlandkreis Leipziger Land unterwegs. Mit von der Partie war der Tross bei der Übergabe des Zwenkauer Sees durch den sächsischen Ministerpräsidenten Tillich.

Händeschütteln vor der Übergabe des Zwenkauer Sees: Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (rechts) begrüßt den Land
Händeschütteln vor der Übergabe des Zwenkauer Sees: Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (rechts) begrüßt den Landrat des Landkreises Leipzig,Dr. Gerhard Gey, Esslingens Landrat Heinz Eininger und den Chef des Landkreises München, Christoph Göbel.Fotos: Anke Kirsammer

Esslingen/Leipzig. Mit einer Crew von örtlichen Politikern, Planern und anderen Akteuren schipperte Ministerpräsident Stanislaw Tillich als Kapitän der ersten „Flotte“ auf den Zwenkauer See, um das Segler- und Badeparadies im Süden Leipzigs offiziell freizugeben. „Aus einer geschundenen Landschaft ist ein wunderschönes Kleinod geworden“, hatte Tillich zuvor vor rund 1 000 Gästen gesagt. Das Leipziger Neuseenland biete eine große Chance für den Tourismus. Seine erste große Bewährungsprobe in Sachen Hochwasserschutz erlebte die Wasseranlage bereits im Juni 2013. Damals wurde der Durchfluss der Weißen Elster abgesenkt und die Stadt Leipzig so vor Hochwasser geschützt.

Der Landrat des Landkreises Leipzig, Dr. Gerhard Gey, bezeichnete das Jahr 1990 mit seinen politischen Umwälzungen als entscheidende Wende in der Region. Maßgeblich herbeigeführt worden sei die Abkehr von der Braunkohle vor Ort von einer in Zwenkau agierenden Bürgerinitiative, die von vielen Verantwortlichen in der Region unterstützt worden sei. Er wünschte der Kommune, dass sie eine attraktive, lebens- und liebenswerte Stadt wird.

Seine Sogwirkung bereits entfaltet hat der Markkleeberger See. „Dass wir eine solche Touristenregion werden war vor 25 Jahren nicht absehbar“, hatte der Oberbürgermeister der gleichnamigen Stadt, Karsten Schütze, bei der Überfahrt der Delegationen aus den Landkreisen Esslingen und München mit der MS Wachau zwei Tage zuvor betont. Spürbar werde der Aufschwung auch an der hohen Nachfrage nach Grundstücken am See. Neben der Schifffahrt und einer naturbelassenen Uferseite, auf der Bisons angesiedelt wurden, hat das 250 Hektar große Gewässer unter anderem eine der modernsten Wildwasseranlagen der Welt zu bieten.

„Leipzig ist die touristische Lokomotive“, verdeutlichte die Bürgermeisterin von Großpösna am Störmthaler See, Dr. Gabriela Lantzsch. Die Vorsitzende des Tourismusverbands Leipziger Land hob auf die gemeinsame Marketingstrategie ab. Themen wie S-Bahnen und Radwegenetz werden konzertiert beackert. Noch nicht ganz im Griff habe man den Bereich der Reitwege. „Wir bewegen uns mit der Stadt Leipzig auf Augenhöhe“, sagte Landrat Dr. Gerhard Gey. Er betonte: „Wir müssen als Region gemeinsam wirken.“

Info

Acht Jahre lang wurde die ehemalige Braunkohle-Abbaufläche Zwenkau geflutet. In das Projekt flossen 195 Millionen Euro des bundeseigenen Bergbausanierers LMBV. Rund 23 Millionen Euro steuerte das Land Sachsen für die touristische Erschließung bei. Mit 960 Hektar ist der Zwenkauer See größer als der Tegernsee. Geplant ist eine Schleuse zum Cospudener See. Langfristig wird eine Verbindung bis in die Leipziger Innenstadt angestrebt.

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