Zwischen Neckar und Alb

Seniorenticket ist noch in der Warteschleife

Politik Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags berät über Haushaltsanträge.

Symbolbild: Carsten Riedl

Kreis Esslingen. Senioren, die ihren Führerschein abgeben, für ein Jahr ein kostenloses Seniorenticket zu geben, hat der Kreis Ludwigsburg erprobt. Die Freien Wähler greifen das Thema jetzt für den Kreis Esslingen auf. Es gehe nicht darum, eine pauschale Fahruntüchtigkeit zu unterstellen, betonte der Fraktionsvorsitzenden Bernhard Richter im Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags. Vielmehr könnte es ein Anreiz sein, mehr Senioren zum Umstieg zu bewegen.

Etwa 1 500 Senioren haben im Kreis Ludwigsburg in den ersten beiden Jahren von dem Seniorenticket Gebrauch gemacht, viele seien jetzt regelmäßige Nutzer von Bus und Bahn. Das entlastet Straßen und Umwelt. Die Kreisverwaltung will den Vorschlag prüfen, regte aber an, das Ergebnis der Verhandlungen im VVS über eine Neustrukturierung von Tarifen abzuwarten. Marianne Erdrich-Sommer (Grüne) war es wichtig, das vergünstigte Seniorenticket nicht in Frage zu stellen, weil es gut angenommen werde. „Viele nutzen es heute schon, ohne ihren Führerschein abgeben zu wollen.“

Kita für Landratsamt-Mitarbeiter?

Beim Neubau des Landratsamts eine Kindertagesstätte für Beschäftigte der Verwaltung mit zu planen, ist ein Anliegen der SPD. Auch für andere Kreiseinrichtungen sollte diese Möglichkeit geprüft werden. „Das haben wir auf dem Schirm“, beteuerte Landrat Heinz Eininger. Derzeit prüfe man die Möglichkeiten eines Zertifizierungsprogramms für die Kreisverwaltung zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege. Dabei spiele die Betreuung eine wichtige Rolle. In Außenstellen seien die räumlichen Ressourcen begrenzt, jedoch wolle man Kooperationsmodelle prüfen. Für Eininger ist diese Frage nicht zuletzt mit Blick auf die Personalgewinnung wichtig.

Die Grünen können sich vorstellen, den Kreishaushalt nach Strategiezielen aufzustellen. Die Verwaltung verwies darauf, dass es in einzelnen Themenbereichen Masterpläne gebe und zu den wichtigsten Positionen in den Haushaltsplänen Beschreibungen, Ziele und Kennzahlen. Dies auszuweiten würde mittelfristig ein anderes Prozedere bei der Aufstellung des Haushalts bedeuten, sagte Eininger. Zugesagt wurde, in der Ausschusssitzung im April Projekte und Zielvorstellungen zusammenzufassen. Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplans wollen die Grünen über strategische Ziele diskutieren. Die Verwaltung riet, die Vergaberunde für die Busverkehre bis Ende 2019 abzuwarten.

Ruf nach ökologischen Produkten

Peter Rauscher (Linke) beantragte, der Kreis solle beim Kauf von Lebensmitteln für Schulmensen, Kantinen und Kliniken auf regionale, ökologische und fair gehandelte Produkte zurückgreifen. Bei Schulmensen sei der Einfluss begrenzt, sie seien an private Betreiber verpachtet, erklärte die Verwaltung. Die Verträge enthielten ein Mitbestimmungsrecht für ausgewogene Ernährung, aber nicht für die Auswahl der Produkte. Die Kreiskliniken leisteten die Patientenversorgung in Eigenregie und belieferten auch die Mensen im Landratsamt und in der Plochinger Außenstelle. Sie griffen überwiegend auf regional ansässige Betriebe und regionale Lebensmittel zurück. Rauscher forderte, die Kreisverwaltung solle sich im VVS-Aufsichtsrat für ein Sozialticket einsetzen. Erfahrungen der Stadt Stuttgart zeigten, dass die Kosten nicht so hoch seien wie angenommen. Abgewartet werden sollen nun die Ergebnisse der Tarifzonenreform. Uwe Gottwald

Anzeige