Zwischen Neckar und Alb

Sie hat den Thron im Visier

Hobby Anja Off arbeitet im Landratsamt und kandidiert als Württemberger Weinkönigin. Für sie ist es die Erfüllung eines Kindheitstraums.

Foto: Alexander Müller
Foto: Alexander Müller

Esslingen. Im Holzfasskeller der Weinmanufaktur Untertürkheim kennt Anja Off jeden Winkel, genauso wie in den Verkaufsräumen der historischen Kelter. Schließlich ist ihr Vater Jürgen Off der Kellermeister der Untertürkheimer und Obertürkheimer Wengerter, zudem arbeitet sie seit vielen Jahren mit. Jeden Samstag ist die 25-Jährige im Verkauf tätig und hat bereits einige Weinproben geleitet. „Es macht großen Spaß, den Menschen die Tropfen aus unserer Region näherzubringen“, sagt Off in ihrer freundlichen Art. Nun bewirbt sie sich für den Titel der Württemberger Weinkönigin.

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Dass die Fellbacherin, die im Esslinger Landratsamt arbeitet, beruflich einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat, sieht sie nicht als Nachteil, ganz im Gegenteil. „So hat man auch einmal einen anderen Blickwinkel.“ Nach dem Abitur am Friedrich-Schiller-Gymnasium hat Off an der Fachhochschule Ludwigsburg Public Management für den gehobenen Verwaltungsdienst studiert. Seit 2015 ist sie beim Landratsamt die stellvertretende Ausbildungsleiterin. Doch für die 25-Jährige war immer klar, dass sie der Weinbau weiter begleiten wird. Denn Off stammt aus einer alteingesessenen Fellbacher Wengerterfamilie. Die Lemberger- und Trollingernote hat sie „quasi mit der Muttermilch eingeatmet“, sagt sie. Neben der Tätigkeit bei der Weinmanufaktur bewirtschaftet sie selbst zwei Weinberge im Gewann Lämmler. Seit mehr als zehn Jahren ist sie Mitglied bei den Fellbachern Weingärtnern. Natürlich baut sie das „schwäbische Nationalgetränk“ Trollinger an. Wenn­gleich zu Hause bei den Eltern öfters ein Lemberger auf dem Tisch steht.

Auf einen Lieblingswein will sich die 25-Jährige nicht festlegen, umso mehr auf das Ziel der Württemberger Weinkönigin. „Es ist ein Jugendtraum“, gesteht Off mit leuchtenden Augen. Bereits mit 13 Jahren habe sie mit dem Gedanken gespielt. Nun sei der richtige Zeitpunkt. Von einem Heimvorteil bei der Wahl in Stuttgart will Off nichts wissen. Letztendlich zähle für die Jury nur das Fachwissen und die Ausstrahlung. Davor ist Off nicht bange, vielmehr freut sie sich bereits auf den Wettbewerb. „Ich habe sicherlich genügend Fachwissen gesammelt“, erklärt sie.

Ihre vier Konkurrentinnen hat sie bereits kennengelernt - und auch die amtierende Weinkönigin. Mehr als 100 Termine muss die „Hoheit“ im Jahr absolvieren. Mit ihrem Arbeitgeber hat Off daher bereits gesprochen. „Dieser steht voll hinter meiner Bewerbung“, sagt die 25-Jährige sichtlich erleichtert. Alexander Müller