Zwischen Neckar und Alb

Signal für die schnelle Notfallrettung

Festakt Die neue Rettungswache des DRK in Nürtingen ist jetzt eingeweiht worden. Sie ist ein attraktiver Standort für 37 Rettungskräfte. Von Thomas Krytzner

Die Malteser überreichen dem DRK Brot und Salz zur Eröffnung der neuen Rettungswache in Nürtingen.Foto: Thomas Krytzner
Die Malteser überreichen dem DRK Brot und Salz zur Eröffnung der neuen Rettungswache in Nürtingen.Foto: Thomas Krytzner

Im Oktober vor zwei Jahren gab es den Spatenstich für die neue Rettungswache in Nürtingen. Nun wurde der 2,3 Millionen Euro teure Neubau eingeweiht und den Kräften der Notfallrettung feierlich übergeben. Rolf Sieber, Vorsitzender der DRK-Zukunftsstiftung Nürtingen-Kirchheim, zeigte sich zufrieden: „Mit dem Neubau bieten wir nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern auch Übungsräume für die Ausbildung.“ Damit verwies er auf den Fachkräftemangel im Rettungswesen. „Wenn zum zusätzlichen Personalbedarf noch Personalmangel kommt, wird es sehr kritisch.“

Er erinnerte daran, wie die Rettungskräfte bis 1970 noch im steinernen Bau den Dienst versahen, bis es dann in die Steingrabenstraße ging. Rolf Sieber lobte die Rettungskräfte als „tolle Truppe“ und betonte beim Blick in die Zukunft, dass es noch einige Rettungswachen im Kreisverband zu modernisieren gäbe, unter anderem auch die in Kirchheim.

Bürgermeisterin Annette Bürkner überbrachte die Gratulation der Stadt Nürtingen und fand: „Es ist beruhigend, in der Stadt eine zentrale und gut ausgestattete Rettungswache zu wissen, die von qualifizierten Kräften bedient wird.“ Sie lobte den schnellen Bau und bezeichnete den Rettungsdienst als zeitgemäß, durchdacht und nah am Menschen.

Herausforderungen annehmen

Staatssekretär Wilfried Klenk vom Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration sprach von großen Herausforderungen im Land. „Ich appelliere an die Rettungsdienste in Baden-Württemberg, verstärkt zusammenzuarbeiten.“ Das hohe Versorgungsniveau stehe im Fokus, verkündete der Minister, „die Schnelligkeit der Rettungsdienste gewinnt immer mehr an Bedeutung.“ Er hob damit auch das Engagement der ehrenamtlichen Ersthelfer hervor. „Was bringt es, wenn der Rettungswagen bei einem Herzinfarkt innerhalb von zehn Minuten da ist, wenn nicht die Helfer vor Ort sofort Erste Hilfe leisten können?“ Klenk stellte fest, dass sich die Situation durch weniger niedergelassene Ärzte in den Gemeinden zusätzlich verschärft habe. „Deshalb ist dies der ideale Standort für die neue Rettungswache; mitten in der Stadt, und in direkter Nachbarschaft zur Feuerwehr.“ Klenk kritisierte die Trägheit der Bundespolitik. „Seit ein paar Jahren bilden wir Notfallsanitäter aus, jetzt sollten endlich die Gesetze geschaffen werden, damit die Rettungskräfte ihre Arbeit auch leisten können.“ Der Minister habe dazu persönlich mit dem Bundesgesundheitsminister Spahn gesprochen und die Dringlichkeit betont.

Lorenz Menz, dem Präsidenten des DRK-Landesverbands Baden-Württemberg, dürfte die Einweihung der neuen Rettungswache in Nürtingen in besonderer Erinnerung bleiben: Die Eröffnungsfeier war zugleich auch seine letzte Amtshandlung als Präsident. Deshalb merkt er in seinem Grußwort auch lachend an: „Nürtingen sagt man nicht ab, sondern man kommt.“ Der langjährige Verbandschef - er steht dem DRK im Land seit 2002 vor - stellte fest, dass das Miteinander der Rettungsdienste funktioniert. Er lobte den Einsatz der Kräfte: „Nicht nur körperlich ist die Anstrengung groß, sondern auch menschlich. Wer schon mal auf einer Trage lag, weiß, wie gut ein aufmunterndes Wort der Rettungskräfte wirkt.“

Er wünschte den Rettungsdiensten, dass sie in Zukunft über die Grenzen hinaus planen und handeln. „Die Zusammenarbeit zwischen den Kreisverbänden Nürtingen und Esslingen ist beispielhaft für Baden-Württemberg.“ Der scheidende Verbandschef forderte: „Wir müssen uns wieder mehr auf Augenhöhe begegnen.“ Nur so könne das Netz der Ersthelfer, Helfer vor Ort, des Rettungsdiensts und des Katastrophenschutzes funktionieren. Er hatte gute Nachrichten aus der Personalplanung dabei: „Es gibt 43 neue Auszubildende, die den Beruf des Notfallsanitäters erlernen.“ Er wünscht sich, dass die Bevölkerung erkennt, wie wichtig der Einsatz der Rettungsdienste ist. „Hilfsbereitschaft ist kein Auslaufmodell.“

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