Zwischen Neckar und Alb

Sind es die gleichen Tatverdächtigen?

Bande Die Polizei hat am Dienstag bestätigt, dass sie einen Zusammenhang zwischen den blutigen Auseinander- setzungen in Nürtingen und Plochingen vermutet. Die Beteiligten schweigen. Von Claudia Bitzer

Die Polizei war bei den Auseinandersetzungen in Plochingen mit dem SEK vor Ort.Foto: sdmg/ Kohls
Die Polizei war bei den Auseinandersetzungen in Plochingen mit dem SEK vor Ort. Foto: sdmg/ Kohls

Die Polizei hat bestätigt, dass sie einen Tatzusammenhang zwischen den blutigen Auseinandersetzungen am Samstag, 8. Februar, in Nürtingen und am Donnerstag, 13. Februar, in Plochingen annimmt. „Wir vermuten, dass die Tatverdächtigen teilweise identisch sind“, sagt Pressesprecher Michael Schaal. Von einem „Bandenkrieg“ im Sinne von Gruppierungen mit einer festen Organisationsstruktur „sprechen wir aber noch nicht“.Jedoch hat die Polizei Tatverdächtige im Fall Plochingen festgenommen, die mutmaßlich auch in Nürtingen mit dabei gewesen seien. So liege die Vermutung nahe, dass hier noch offene Rechnungen beglichen werden sollten. „Doch das müssen wir erst nachweisen und die Beteiligten schweigen.“

Die beiden Auseinandersetzungen haben bundesweit für Aufsehen gesorgt - zumal in Plochingen ein Großeinsatz von SEK samt Polizeihubschrauber die Innenstadt in Ausnahmezustand versetzt hatten. Zum Wohnort des festgenommenen 18-Jährigen, der an der Nürtinger Messerstecherei beteiligt gewesen sein soll, wollte er nichts sagen. Die Tatverdächtigen aus Plochingen sollen aber jedenfalls teilweise dort wohnhaft sein.

Bei der Auseinandersetzung in der Nürtinger Innenstadt am 8. Februar hat ein 19-Jähriger schwere Stich- und Schnittverletzungen davongetragen und musste notoperiert werden, ein 22-Jähriger wurde leicht verletzt. In Plochingen wurden am darauf folgenden Donnerstag ein 29-jähriger Mann und ein 21-Jähriger, der an dem Angriff auf den 29-Jährigen beteiligt gewesen sein soll, durch Messerstiche verletzt. Der Jüngere erlitt zudem eine Schussverletzung. Damit bestätigte Pressesprecher Schaal, dass zumindest in Plochingen auch eine Schusswaffe mit im Spiel war. Alle Tatbeteiligten sind polizeibekannt. In welchem Zusammenhang der versiegelte Barbershop in der Bahnhofstraße mit den Auseinandersetzungen steht, konnte der Pressesprecher nicht sagen. Die Übergriffe selbst „haben sich auf der Straße abgespielt“. In Plochingen seien der Polizei zwei Auseinandersetzungen gemeldet worden: Die eine in der Bahnhofstraße, die andere in der Esslinger Straße. Dass in Plochingen am Wochenende auch noch ein Geldautomat gesprengt wurde, hat Schaal zufolge nichts mit den Übergriffen zu tun. Plochingen sei kein Kriminalitätsschwerpunkt.

Frank Buß, Bürgermeister Plochingens, bedauert zwar, dass aus der einstigen Einkaufsstraße Bahnhofstraße eine Meile von Wettbüros und Friseurläden geworden sei, doch das stehe in keinem Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen. Dass so ein Großeinsatz für großen Aufruhr sorge, sei menschlich nachvollziehbar. „Aber man sollte keine Ängste schüren, die in keinster Weise berechtigt sind.“

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