Zwischen Neckar und Alb

„Singen ist die beste Medizin“

Konzert Starsänger David Whitley wird am 23. und 24. Februar beim Gospel-Oratorium „Going home“ in der Wendlinger Eusebius­kirche mitwirken. Von Horst Jenne

David Whitley überzeugte bereits in vielen bekannten Musical-Produktionen.Foto: pr
David Whitley überzeugte bereits in vielen bekannten Musical-Produktionen.Foto: pr

Ursprünglich kommt er aus der Metropole Washington D.C., wohnt aber inzwischen im beschaulichen Wolfschlugen. Dies ist nichts Besonderes. Außergewöhnlich ist freilich, dass David Whitley am 23. und 24. Februar in der Wendlinger Eusebiuskirche zu bewundern ist, obwohl er doch mit seiner unglaublich guten Stimme eine Weltkarriere hingelegt hat.

„Ich freue mich riesig auf das Ereignis“, sagt der 50-Jährige, der momentan noch für das Musical „Blues Brothers“ in Bremerhaven verpflichtet ist. Beim Gospel-Oratorium in Wendlingen tritt Whitley als Josua auf. Die Rolle des Moses übernimmt sein Landsmann Dennis LeGree, der sich vor allem im Musical „Starlight Express“ einen Namen gemacht hat.

Dass ihre einzigartigen Stimmen nun in der Eusebiuskirche erklingen, ist Urs Bicheler zu verdanken. Wendlingens ideenreicher Kantor hat mit dem Duo bereits vor vier Jahren in Aalen das Gospel-Oratorium „Going home“ aufgeführt. Das Stück des norddeutschen Kirchenmusikers Ralf Grössler erzählt die Geschichte des Volkes Israel aus der Sklaverei in Ägypten bis hin ins gelobte Land. So wie die Israeliten unter der Führung Gottes auf dem Weg waren, so werden auch die drei Wendlinger Chöre (Kantorei, Jugendkantorei und Gospelchor) in der Eusebiuskirche „unterwegs“ sein, zwischen Gospel, Jazz und klassischer Kirchenmusik.

Das Orchester Camerata Grinio unter Konzertmeister Joachim Ulbrich und eine Band unterstützen den „Marsch“. Bicheler, der die Gesamtleitung für das Projekt hat, spricht von einer reizvollen Herausforderung mit etwa 100 Aufführenden.

„Ich liebe Geschichten aus der Bibel“, meint Whitley. Wenn er das wunderschöne Stück „Going home“ mit seiner hoffnungsvollen Botschaft singe, bekomme er immer eine Gänsehaut. Dann habe er das Gefühl, auf dem Weg zu sein. Unterwegs nach Hause zu Gott. Das Leben sei manchmal hart, sagt er. Aber als gläubiger Mensch wisse man, dass Gott immer da ist und für jeden einen Plan hat.

„Das Leben auf unserer Erde ist nur die Vorspeise. Das Beste kommt noch. Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang zu etwas ganz Großem.“ Und dann spricht er noch von einem anderen Präsent, das ihm in die Wiege gelegt wurde: „Singen hat Heilkräfte und ist die beste Medizin für die Seele.“ Jede Stimme sei individuell und einmalig. „Wenn du denkst, du hast keine gute Stimme, dann singe trotzdem. Hauptsache, du hast Spaß dabei.“

Sein Talent wurde bereits früh erkannt. Schon als Vierjähriger sang er in Gospelchören. Während seiner Ausbildungszeit in New York trat er als Solist im Boys Choir of Harlem auf. Nach seinem Abschluss an der renommierten Juilliard School in New York ging Whitley mit der New York City Opera National Company auf Tournee.

Die Tour „Best of Broadway“ brachte ihn nach Deutschland, wo er 1996 für die Rolle des Soldaten John im Musical „Miss Saigon“ in Stuttgart engagiert wurde. Damals begann sein Herz fürs Ländle zu schlagen. Anfang 2014 wurde Whitley am Nationaltheater Mannheim im Musical „Blues Brothers“ für die Doppelrolle des Reverend Cleopus/Ray Charles verpflichtet.

Neben der Bühne ist Whitleys weitere große Leidenschaft die Arbeit in seinem Studio in Wolfschlugen. Als Sänger und Songwriter kann er hier seiner Kreativität freien Lauf lassen. Auf seinen bislang fünf erschienenen Alben hat er unter anderem Gospel, Spirituals, Rhythm ’n’ Blues und Love Songs aufgenommen.

Neben seinen eigenen Konzerten ist der 50-Jährige ein gefragter Sänger für Galas, Big Bands und Gospelkonzerte. Eines seiner Karriere-Highlights ist sicher auch das Konzert „Hollywood in Vienna“, bei dem er mit dem mehrfachen Oscar- und Grammy-Preisträger Randy Newman, der deutschen Echo-Preisträgerin Cassandra Steen und einem 100-köpfigen Orchester auf der Bühne des Wiener Konzerthauses sang. Der Auftritt wurde in 28 Länder übertragen.

Bei diversen Boxweltmeisterschaften sang Whitley die Hymnen und auch als Vocal Coach hat er Größen wie Usher, Cassandra Steen, Max Herre, Joy Dena­lane und Smudo unter den Fittichen. Vielleicht entdeckt er in Wendlingen ein neues Stimmwunder, das er dann fördern kann.

Karten für das Gospel-Oratorium in der Eusebiuskirche gibt es unter www.kirchenmusik-wendlingen.de und an der Abendkasse.

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