Zwischen Neckar und Alb

Spatenstich für Gemeinschaftsprojekt

Martin-Luther-Hof Die evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen und die Stiftung Tragwerk Kirchheim errichten einen Mehrzweckbau für Gemeinderäume und eine Kindertagesstätte. Von Anneliese Lieb

Nach dem Spatenstich sollen jetzt zügig die Fundamente betoniert und die Mauern hochgezogen werden.Foto: Anneliese Lieb
Nach dem Spatenstich sollen jetzt zügig die Fundamente betoniert und die Mauern hochgezogen werden. Foto: Anneliese Lieb

Zum Spatenstich für das Projekt „Martin-Luther-Hof gemeinsam“ hatten die evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen und die Kirchheimer Stiftung Tragwerk eingeladen. Auf dem Gelände der Nürtinger Lutherkirche wurden ältere Gebäudeteile abgebrochen, in den nächsten zwölf Monaten entstehen dort Gemeinde- und Büroräume sowie eine Kindertagesstätte.

Das alte Pfarrhaus und die Gemeinderäume sind abgebrochen. Zum Teil waren es dicke Betonmauern, die weichen mussten. Aufatmen deshalb nicht nur bei den Nachbarn, auch Pfarrerin Barbara Brückner-Walter ist froh, dass die Abbrucharbeiten vorbei sind. Von der gemeinschaftlichen Lösung ist auch Dekan Michael Waldmann überzeugt. Vom Neubau profitieren beide Seiten.

Geplant hat den Neubau Ralf Pimiskern, Architekt und Geschäftsführer des Kirchheimer Architekturbüros Bankwitz Architekten. Der Bauzeitplan lässt wenig Luft. Schon im Herbst 2019 soll Einweihung gefeiert werden.

Vom alten Lutherhof übrig geblieben ist nur noch der Kirchenraum. Der künftige Eingangsbereich mit dem Foyer wird von der Kirchengemeinde und der Stiftung Tragwerk gemeinsam genutzt. Auf dem abgeräumten Grundstück entsteht ein Winkelbau der Stiftung mit Kinderbetreuungseinrichtungen im Erdgeschoss und Büros für die Jugendhilfeeinrichtungen im Obergeschoss. Gebaut werden drei Kindergartengruppen für über Dreijährige und eine Gruppe für Kleinkinder unter drei Jahren. Die im Neubau der Stiftung Tragwerk liegenden Besprechungsräume wollen alle Beteiligten gemeinsam nutzen. Gleiches gilt auch für die sanitären Anlagen, den Saal beziehungsweise Mehrzweckraum und die neue Küche sowie die Außenanlagen.

Aufatmen darüber, dass hier eine neue Kinderbetreuungseinrichtung entsteht, herrscht auch bei Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich und Bürgermeisterin Annette Bürkner. Denn der Bedarf an Betreuungsplätzen ist auch in der Hölderlinstadt enorm gestiegen. „Bei der U3-Betreuung steuern wir auf die 50 Prozent zu“, erklärt Annette Bürkner. Was bedeutet, dass nicht, wie ursprünglich landesweit angenommen, nur etwa 30 Prozent der Eltern einen Platz für ihre Kinder unter drei Jahren suchen, sondern es inzwischen mehr als die Hälfte sind. Für die Stadt ist das eine große Herausforderung.

Manfred Sigel hatte das Projekt von Kirchengemeinde und Stiftung als Vorstandsvorsitzender der Stiftung Tragwerk vor vier Jahren mit auf den Weg gebracht. Manfred Sigels Nachfolger Jürgen Knodel ist optimistisch, dass der Einweihungstermin Herbst 2019 gehalten werden kann: „Unsere Mitarbeiter brauchen ja auch Planungssicherheit.“

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