Zwischen Neckar und Alb

SPD will günstigeren Nahverkehr

ÖPNV Die Kreisräte der Sozialdemokraten sprechen sich bei der Haushaltsklausur für ein 365-Euro-Ticket aus.

Symbolfoto

Kreis. Bei der Haushaltsklausur der SPD-Kreisräte stand in diesem Jahr vor allem der öffentliche Nahverkehr im Fokus: „Als SPD-Fraktion ist die Frage der Mobilität in unserer Region eine der wichtigsten Zukunftsfragen. Die täglichen Staus sind nicht nur eine wirtschaftliche Belastung, sondern auch eine ökologische. Wir wollen den Fokus auf eine klare Stärkung des ÖPNV legen“, bekräftigt der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Medla in einer Pressemitteilung den gewählten Schwerpunkt.

Beim Nahverkehr seien sowohl die Taktung und Kapazitäten als auch die Bezahlbarkeit gleichzeitig anzugehen. Solange es schneller oder deutlich günstiger ist, mit dem eigenen Auto zum Ziel zu kommen, werde laut SPD ein Umstieg und eine Entlastung für die Luft, Umwelt und Menschen nur schwer zu verwirklichen sein. Die Kreistagsfraktion spricht sich daher für die Idee eines 365-Euro-Tickets in der Region Stuttgart aus. „Für uns ist der öffentliche Nahverkehr ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge, der jedenfalls überwiegend aus Steuermitteln getragen werden soll“, betont Steffen Weigel, Sprecher der Fraktion im zuständigen Verwaltungs- und Finanzausschuss. Nicht nur der fehlende Ausbau des Schienen- und Busnetzes, sondern auch der hohe Preis hindere viele potenzielle Nutzer allerdings an einem Umstieg.

Konzept hat Potenzial

„Bereits die Preisreduktion durch die ersten Stadttickets oder der erste Schritt durch die VVS-Tarifzonenreform, aber ebenso die Erfahrungen der Stadt Wien mit ihrem 365-Euro-Ticket zeigen, wie groß das Potenzial ist“, verweist Fraktionsvorsitzender Medla auf bekannte positive Beispiele. Eine Preisreduzierung allein reiche jedoch nicht aus. Daher setzt sich die Fraktion ebenso für den Ringschluss ins Neckartal wie den weiteren Ausbau der Stadt- und S-Bahnen auf den Fildern ein.

Neben den Beratungen im Rahmen der Klausurtagung besuchte die Fraktion außerdem den ersten Unverpackt-Laden des Landkreises Esslingen. „Glas & Beutel“ ist ein genossenschaftlich und vorwiegend ehrenamtlich organisierter Unverpackt-Laden in der Nürtinger Innenstadt. Vom geleisteten Engagement zeigten sich die anwesenden Kreisräte beeindruckt. „Hier entsteht ein wunderbarer und kreativer Gegenpol zum allseits bekannten Ladensterben. Mit der Genossenschaft als der wohl demokratischsten Rechtsform, die Kunden zu Teilhabern macht, und einem schön gestalteten Laden sind wir sicher, dass es Anklang findet. Wir wünschen dem ehrenamtlichen Team viel Erfolg“, lobt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Nicolas Fink die Initiative. pm

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