Zwischen Neckar und Alb

Sperrung sorgt für Kopfzerbrechen

Verkehr Die Landesstraße 1205 zwischen Wendlingen und Oberboihingen wird vom 14. Januar bis 24. August 2019 verlegt. Der Verkehr wird umgeleitet. Von Elisabeth Maier

Die Tage der alten Landesstraße 1250 sind gezählt. Foto: Roberto Bulgrin
Die Tage der alten Landesstraße 1250 sind gezählt. Foto: Roberto Bulgrin

Ab dem 14. Januar 2019 wird die Landesstraße 1250 zwischen Wendlingen und Oberboihingen voll gesperrt. Bis 24. August bleibt die Verbindung zwischen den Nachbarkommunen zu. Weil die heutige Landesstraße der Güterzuganbindung im Weg ist, wird sie auf die andere Seite der Bahnlinie verlegt. Das ist ein weiterer Baustein der Neubaustrecke Stuttgart - Ulm. Die Straße wird künftig die Neckartal-Bahn­strecke überqueren und dann in der Heinrich-Otto-Straße bis zur Römerbrücke verlaufen. Für den Bau der Brücke bleibt die Straße zu.

Die kürzlich erst eingeweihte Unterführung der Bahnlinie in die Heinrich-Otto-Straße bleibt zwar offen. Da die Verbindung über die Landesstraße aber gekappt ist, können sie Verkehrsteilnehmer aus und nach Oberboihingen vorerst nicht mehr nutzen. Sie müssen eine Umleitung über Zizishausen und Unterensingen nehmen. Die Verbindung vom Stadtteil Unterboihingen über die Bahnunterführung Schützenstraße zur Römerbrücke wird von diesen Arbeiten nicht tangiert. Auch die Sportanlagen des TV Unterboihingen bleiben während der Bauzeit erreichbar.

Der Linienbus 196, der zwischen Wendlingen und Nürtingen verkehrt, wird ebenfalls über Zizishausen geleitet. Zu den üblichen Schulzeiten macht der Bus auch einen Schlenker zum Schulzentrum am Berg. Der Vorschlag der Stadt Wendlingen, diese Busverbindung über die Feldwege verlaufen zu lassen und die Strecke mit einer Schranke zu sichern, fand bei den Planern der Bahn keinen Anklang. Deshalb muss der Bus nun nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Fred Schuster die Umleitung fahren, die mehr als zehn Minuten länger dauert. „Ein Ingenieurbüro hat nun die Taktzeiten so angepasst, dass der Linienverkehr funktioniert.“

Dass die Interimslösung über Feldwege für den öffentlichen Nahverkehr nicht geklappt hat, bedauert Schuster sehr. Dieses Konzept habe die Stadt favorisiert. Schüler, die von Oberboihingen ans Wendlinger Robert-Bosch-Gymnasium fahren, nutzen die Verbindung über die gut ausgebauten Feldwege seit jeher. Schuster gibt zu bedenken, dass dort nur Radler und Anlieger fahren dürfen. „Wir als Vertreter der Kommunen müssen uns Gedanken über den Schleichverkehr machen.“ Der Leiter des Wendlinger Ordnungsamts befürchtet, dass Autofahrer aus Oberboihingen und Wendlingen diese Abkürzung nehmen.

Bis zum Jahresende 2019 soll der neue Verlauf der L 1 250 entlang der Heinrich-Otto-Straße dann fertig sein. Die neue Strecke führt vom Kreisverkehr „Froschländer“ in Oberboihingen am Ortsausgang bis zur Zufahrt des Otto-Friedhofs auf der alten Straße - dann schwenkt die Landesstraße über die neue Brücke über die Bahnlinie in die Heinrich-Otto-Straße ein. Ab Januar 2019 wird der Kreisverkehr immer wieder für den Verkehr gesperrt.

Innenstadt wird entlastet

Mit der verlegten Straße und der neuen Bahnunterführung an der Schützenstraße erhält Wendlingen eine Ortsumfahrung, die die Innenstadt spürbar entlastet. Für die Oberboihinger Autofahrer bedeutet die Sperrung in den nächsten Monaten erhebliche Umwege - sie fahren über Zizishausen und Unterensingen nach Wendlingen. Über dieses Problem haben sich auch die Wendlinger Einzelhändler Gedanken gemacht. Sie fürchten, dass Kunden in dieser Zeit ins schneller erreichbare Nürtingen ausweichen könnten, um ihre Einkäufe zu erledigen.

Dieses und andere Themen kommen bei einer Informationsveranstaltung am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Treffpunkt Stadtmitte zur Sprache. Bürgermeister Steffen Weigel und die Planer setzen darauf, die betroffenen Bürger frühzeitig und umfassend zu informieren. Deshalb laden sie regelmäßig Planer und Vertreter des Regierungspräsidiums oder der Bahn ein, um über die Auswirkungen des Bahnprojekts für die Bewohner aufzuklären.