Zwischen Neckar und Alb

Spezielle Unterkunft für Unruhestifter

Auffällige Flüchtlinge kommen nach Deizisau

Flüchtlinge, die in anderen Unterkünften Konflikte ­ausgelöst haben oder anderweitig auffällig geworden sind, werden in Zukunft in einer speziellen Unterkunft in Deizisau einquartiert. Das teilt der Landkreis Esslingen mit. Weitere solcher Unterkünfte sollen in anderen Kommunen folgen.

Kreis Esslingen. „Vor allem in größeren Unterkünften haben wir immer wieder Flüchtlinge, die für Streit sorgen und das Zusammenleben stören“, erklärte die Erste Landesbeamtin Marion Leuze-Mohr. „Um das Zusammenleben in diesen Unterkünften zu verbessern, werden jetzt auffällige Personen in einer Unterkunft am Ortsrand von Deizisau zusammengefasst“, kündigte sie an. Die Ursachen für ein solches Verhalten seien vielfältig und zum Teil auf die Erlebnisse während der Flucht zurückzuführen, erklärte sie.

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Bereits vor Weihnachten hatte der Landkreis spezielle Unterkünfte für Unruhestifter angekündigt. Das Gebäude in Deizisau ist das erste dieser Art. Menschen, die sich nicht in größeren Unterkünften integrieren können, sollen deshalb in einer kleinen Unterkunft die Chance für eine Stabilisierung erhalten. In Deizisau will der Landkreis dieses Vorgehen in einem Quartier, das 28 Plätze bietet, erproben.

Bürgermeister Thomas Matrohs betrachtet dieses Projekt als Teil der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Flüchtlingsunterbringung, bei der sich alle Gemeinden einbringen müssten. „Deizisau stellt sich seiner Verantwortung“, betonte Matrohs im Hinblick auf die Bereitstellung von zusätzlichen Plätzen.

Der Landkreis will in nächster Zeit dezentral noch weitere Unterkünfte dieser Art einrichten. Dabei gehe es nicht darum, „Straftäter zu sanktionieren“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies sei Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden. Die Zusammenfassung auffälliger Flüchtlinge soll insbesondere in den größeren Unterkünften dazu beitragen, ein funktionierendes soziales Gefüge beizubehalten.

Das Sicherheitskonzept für die Einrichtung wurde mit der Polizei abgestimmt: Alle Planungen und Maßnahmen, die dazu beitragen, wiederkehrend streitende Parteien in den Unterkünften zu trennen und damit das Konfliktpotenzial zu minimieren, sind begrüßenswert, teilt die Polizei mit.

Als besonders problematisch erwiesen sich eine zur Unterkunft umfunktionierte Fabrikhalle in Aichtal und die Blumenhalle im Scharnhauser Park. Die Stadt Ostfildern hatte deshalb den Landkreis aufgefordert, sich mehr um die Sicherheit zu kümmern.ez