Zwischen Neckar und Alb

Sport auf Maß geschneidert

Vereine Das Sportvereinszentrum „WOfit“ in Wolfschlugen läuft seit einem Jahr erfolgreich. Drei Vereine aus Neuhausen sind dabei. Von Elisabeth Maier

Geschäftsführer Kai Hemle (links) und Hartmut Schneider, der Vorsitzende des TSV Wolfschlugen, probieren die Geräte aus. Foto. R
Geschäftsführer Kai Hemle (links) und Hartmut Schneider, der Vorsitzende des TSV Wolfschlugen, probieren die Geräte aus. Foto: Roberto Bulgrin

Mit 1 000 Mitgliedern im neuen Sportvereinszentrum „WOFit“ nach dem ersten Jahr ist der TSV Wolfschlugen sehr zufrieden. „900 waren unser Ziel“, sagt Geschäftsführer Kai Helmle. Jetzt lohne sich der Betrieb. Der Sportmanager ist glücklich, dass die neue Einrichtung leistungsorientierte Sportler ebenso anspricht wie Freizeit- oder Gesundheitssportler. Die Altersgruppe bewege sich zwischen 16 und 90 Jahren. „Manche haben seit Jahren keinen Sport mehr gemacht und sind jetzt dabei, weil die Nachbarn sie mitgeschleppt haben.“ Vier Millionen Euro hat der Verein mithilfe von Förderern in das Großprojekt gesteckt, das vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) unterstützt und begleitet wurde.

Ein wichtiger Baustein ist die Kooperation mit benachbarten Vereinen. Neben dem TSV, dem FV und dem Tennisclub Neuhausen sind auch der SV Hardt, der TSV Grötzingen und der TSV Oberensingen dabei. „Die Zukunft der Vereine ist, dass sie bei solchen Großprojekten zusammenarbeiten“, sagt Helmle. Zehn Prozent der Mitglieder des WOFit kommen von den Partnern. Auch die Zusammenarbeit mit Firmen läuft erfolgreich. Die Wolfschlugener Betriebe Schäfer Etiketten, ARNO, Jehle Technik, Metallbau Schreiber, die Volksbank Kirchheim-Nürtingen und die Gemeinde sind mit eingestiegen. „Mit Präventionskursen, Fitnesstagen oder Mitgliedschaften für die Mitarbeiter ergeben sich viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit“, sagt der Geschäftsführer. Diesen Bereich will er ausbauen.

Blick über den Tellerrand

„Vereine müssen heute über den eigenen Tellerrand blicken“, ist Helmle überzeugt. Gerade in kleineren Kommunen wie Wolfschlugen gelte es, nach Partnern zu suchen. „Der WOFit-Sportpark wäre ohne unsere Nachbarvereine und die Firmen nicht finanzierbar.“ Nun profitierten alle von dem Zentrum, in dem auch die Geschäftsstelle des TSV, eine großzügige Sauna und ein Café Platz haben. Fünf Stellen hat der Verein durch das neue Angebot geschaffen, die auf insgesamt 35 Mitarbeiter verteilt sind. An der Theke arbeiten geringfügig Beschäftigte.

„Bei der Auswahl der Trainer haben wir Wert darauf gelegt, dass Gesundheitssport ebenso abgedeckt ist wie das leistungsorientierte Training.“ Auch Reha-Sport, der von der Krankenkasse finanziert wird, bietet der Verein an. Das Haus der Familie in Nürtingen hat seine Pekip-Kurse (Prager Eltern-Kind-Programm) ins Sportzentrum verlegt, weil da die Räume passen. Helmle freut sich, „dass damit alle Generationen vertreten sind“.

Hartmut Schneider, der Vorsitzende des TSV Wolfschlugen, hat vor fünf Jahren den Anstoß für das ambitionierte Vorhaben gegeben. Die Mitglieder hätten wegen beruflicher Verpflichtungen kaum noch Zeit, feste Trainingszeiten wahrzunehmen. Mit dem Gerätetraining und mit Kursen am Wochenende hätten auch sie die Chance, sportlich aktiv zu sein. Um das Vorhaben zu finanzieren, musste Schneider viel Überzeugungsarbeit leisten.

Mit einem wirtschaftlich soliden Konzept schaffte er es, die Banken zu gewinnen und den WLSB ins Boot zu holen. 200 Mitglieder unterstützten das Projekt, indem sie sich schon vor der Fertigstellung des Zentrums einschrieben.

„Wenn uns die Vereinsbasis nicht unterstützt hätte, wäre das Projekt wohl ein Traum geblieben“, sagt Kai Helmle. Inzwischen hat der TSV durch das Sportzentrum sogar 350 neue Mitglieder gewonnen. Das freut den Geschäftsführer, der sich nach dem erfolgreichen Start des WOFit nun verstärkt um die Strukturen des 2 800 Mitglieder starken Sportvereins auf den Fildern kümmern will.

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