Zwischen Neckar und Alb

Stadtmarketing mit Wasserspielplatz

Bürgermeister Bäckers Konzept für Neuffen setzt auf Touristen – Schwäbische Landpartie ist mit im Boot

Touristen möchte Bürgermeister Matthias Bäcker für die Stadt Neuffen und ihre historischen ­Gebäude begeistern. Dafür strickt er an einem Tourismus-Konzept.

Neuffen hat mehr zu bieten als die Burgruine, von der Besucher einen herrlichen Blick ins Tal haben. Foto: Dieter Rouff
Neuffen hat mehr zu bieten als die Burgruine, von der Besucher einen herrlichen Blick ins Tal haben. Foto: Dieter Rouff

Neuffen. „Zwar haben wir bescheidene Mittel, aber wir haben Ideen“, sagt Neuffens Bürgermeister Matthias Bäcker. Mit einer Kneippanlage und einem kostenlosen Stellplatz für Wohnmobile am Fuße des Hohenneuffens will die Stadt auch Gäste ansprechen. Mitten in der Stadt gibt es jetzt einen Wasserspielplatz, der auch von Familien aus benachbarten Kommunen gerne genutzt wird. Neuffen bietet nicht nur Besuchern viel. Bäckers Ziel ist es, die Angebote noch besser zu vermarkten. „Eine eigene Stelle für die Tourismusförderung kann sich eine Kommune unserer Größe nicht leisten“, sagt er.

Deshalb hat er Maria Stollmeier, Geschäftsführerin der Schwäbischen Landpartie, für diese Aufgabe gewonnen. Die bestens vernetzte Landschaftsführerin ist Ansprechpartnerin für Touristen, die Neuffen und seine Angebote kennenlernen wollen. Die Expertinnen, die seit Jahren Besuchern die Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb nahebringen, kennen sich im Tourismus bestens aus.

„Im Gegenzug profitieren auch wir“, findet Stollmeier. Sie arbeitet seit Jahren eng mit der Stadt Neuffen und mit der dort ansässigen Weingärtnergenossenschaft zusammen, wenn es um Führungen und Touren geht. Touristen, die sich für Neuffen interessieren, haben die Möglichkeit, sich von der Landpartie eine größere Tour auf der Schwäbischen Alb organisieren zu lassen. Was touristische Angebote angeht, ist die Schwäbische Landpartie seit Jahren auf Erfolgskurs. Kürzlich bekamen die Frauen vom Tourismusverband Schwäbische Alb den „Löwenmensch-Award“ verliehen. Damit zeichnet der Verband vorbildliche Initiativen aus.

„Wir müssen uns im Tourismus auf der Alb stärker vernetzen und uns selbstbewusster präsentieren“, ist Bürgermeister Bäcker überzeugt. Der Rheinland-Pfälzer, der vor fünf Jahren in Neuffen gewählt wurde, war „fasziniert von der Schönheit dieser Landschaft“. Seine Kommune profitiere nicht nur von Verbänden wie dem „Schwäbischen Streuobstparadies“. Er bemüht sich auch um Kooperationen mit benachbarten Kommunen wie Beuren. Da gibt es neben dem Freilichtmuseum auch die in der Region beliebte Panorama Therme.

Im Ausbau touristischer Aktivitäten sieht Bäcker noch viel Potenzial. Um diese noch besser zu vermarkten, hat die Stadt eine aufwendige Broschüre zur Kneippanlage und zum Wohnmobilstellplatz gedruckt. Sie liegt im renovierten Fachwerk-Rathaus ebenso aus wie die bebilderte Tourismusbroschüre. Informationen über den Minnesänger Gottfried von Neuffen, der im 13. Jahrhundert lebte, sind da ebenso zu finden wie Tipps zum historischen Stadtrundgang. Auch Freizeitangebote wie Freibad und Wandertouren werden vorgestellt. Der Bürgermeister hat es zur Chefsache gemacht, die Kommune auf der internationalen Tourismusmesse CMT auf den Fildern zu vertreten: „Nur so werden wir bekannt.“

Tipps für Touristen und Tagesausflügler

Touristen: Die Stadt Neuffen hat auf ihrer Internetseite Tipps für Touren zusammengestellt. Empfehlenswert ist der historische Stadtrundgang. Höhepunkt ist die gotische Martinskirche aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Dort ist besonders das Steinmetzkunstwerk „Ölberg“ aus dem Jahr 1504, damals gestiftet von Albert Schaich, sehenswert. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.neuffen.de Kostenlos: Der Wohnmobilstellplatz auf der Viehweide ist ganzjährig geöffnet. Dort ist Platz für acht Fahrzeuge. Es gibt Strom- und Wasserstationen, die über Münzzähler abgerechnet werden. Etwas weiter oberhalb gibt es eine Kneippanlage. Dort können Ausflügler Wasser treten und zugleich einen schönen Blick auf den Hohenneuffen genießen. Bürger haben Bänke und Tische gestiftet, die zur Rast einladen. Die Landpartie: Die Gästeführerinnen bieten neben einem umfassenden Jahresprogramm auch individuelle Ausflüge auf der Schwäbischen Alb an. Gruppen, Firmen oder Vereine können dort ein individuell gestricktes Angebot buchen. Das Programm ist im Internet zu finden. Der Kontakt läuft über Geschäftsführerin Maria Stollmeier, Telefon 0 70 23/90 87 18. Auch hier gibt‘s Infos: www.schwaebische-landpartie.de. eli

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